Renegades – Mission of Honor (F/D 2017)

Im Kino ist Krieg entweder die Hölle oder Aufhänger für zünftige Männerabenteuer. Der von Luc Besson („Valerian“) co-verfasste und gemeinsam mit dem Studio Babelsberg produzierte Heist-Actioner „Renegades – Mission of Honor“ zählt zur zweitgenannten Kategorie. Bessons Wirken hat sich im neuen Jahrtausend spürbar in Richtung B-Kino mit A-Budgets verlagert. Hollywood mag er damit einträgliche Konkurrenz machen, schließlich braucht er einen Mangel klangvoller Namen nicht zu fürchten. Doch wirft gerade der von Steven Quale („Storm Hunters“) gefertigte jüngste Eintrag in seine Vita die Frage auf, warum ein Streifen dieses Gütekalibers überhaupt auf der großen Leinwand gezeigt wird.

Zwischen „A-Team“ und „Stoßtrupp Gold“ machen sich fünf US-Soldaten während des Balkankrieges auf die Suche nach einem verschollenen Nazi-Schatz. Der befindet sich auf dem Grund eines Sees – natürlich hinter feindlichen Linien. Während des Zweiten Weltkriegs transportierten Hitlers Schergen Lastwagen voller Goldbarren in ein jugoslawisches Dorf und massakrierten die Bewohner. Partisanen sprengten jedoch einen nahen Staudamm und fluteten die Ortschaft mitsamt den mörderischen Besatzern. Dass diese Maßnahme in der Realität niemals dazu geführt hätte, das Gewässer von der einen Seite des Damms auf die andere zu verlagern? Geschenkt. Die Story hat viel gewichtigere Probleme als grundlegende Logikpatzer.

Da wäre zum Beispiel der Mangel an handfester Action. Nachdem das schlagkräftige Quintett um Befehlsgeber Matt Barnes (Sullivan Stapleton, „Blindspot“) eine einleitende Mission mit destruktiver Fahrt in einem gekaperten Panzer beschlossen hat, passiert erst einmal… wenig. Die Exposition, bei der die vom Dienst suspendierten Navy SEALs über Lara (Sylvia Hoeks, „Blade Runner 2049“), die lokale Geliebte des Kameraden Baker (Charlie Bewley, „Soldiers of Fortune“), auf das versunkene Vermögen aufmerksam werden und die Bergung vorbereiten, entspinnt sich fahrlässig langatmig. Dass der verwegene Plan strengster Geheimhaltung unterliegt und ihnen mit Clemens Schick („Point Break“) ein rachsüchtiger Serbenoffizier auf die Pelle rückt, führt nicht gerade zu erhöhter Pulstaktung.

„Renegades“ dümpelt bräsig vor sich hin, bietet hier und dort gelungene Bilder, spielt die bemühte Coolness von Spiel und Inszenierung aber nie so souverän aus, als dass sich daraus Kurzweil ableiten ließe. Ein weiterer gravierender Malus: die hölzernen, sträflich uncharismatischen Hauptdarsteller. Die Nebenriege wirft als Stichwortgeber immerhin „Trainspotting“-Veteran Ewen Bremner (als Heli-Pilot) und Oscar-Preisträger J.K. Simmons („Whiplash“) als kantigen Vorgesetzten der Gelegenheitsdiebe in die Waagschale. Nutzen zieht der Film allerdings auch daraus nicht. Früher stand der Name Luc Besson für Qualitätskino. Heute kann man fast schon froh sein, wenn Filme mit seiner Beteiligung nicht so schrecklich belanglos daherkommen wie dieser.

Wertung: (4 / 10)

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