Red City Radio – Titles (2013, Gunner/Broken Silence/Uncle M)

redcityradiotitlesMit „Dead Language“ veröffentlichten THE FLATLINERS erst vor wenigen Wochen einen heißen Anwärter auf das Punk-Rock-Album des Jahres. Mindestens ebenbürtigen Musikgenuss darf man von RED CITY RADIO und ihrem zweiten Album „Titles“ erwarten. Ihr Punk klingt noch etwas rauer, hat aber einfach das gewisse Etwas und bessere Hymnen haben selbst HOT WATER MUSIC zuletzt nicht hinbekommen.

Das großartige Debüt „The Dangers Of Standing Still“ hallt auch zwei Jahre nach seinem Erscheinen noch nach. Zwar stehen mittlerweile an jeder Ecke Bands mit bärbeißigem Charme und rauer Kehle, doch irgendwie haben RED CITY RADIO zahlreichen Kollegen gegenüber – auch wenn diese auf die Namen OFF WITH THEIR HEADS oder NOTHINGTON hören – die Nase ein bisschen vorn. Es ist hier vor allem das Zusammenspiel der verschiedenen Sänger und ein sehr treffsicheres Gespür für tolle, mitreißende Melodien. Und dann ist da noch die Stimme von Garrett Dale, der hier noch intensiver, emotionaler und manchmal auch pathetischer klingt als zuletzt. Großartig, wenn er bei „Show Me on the Doll Where the Music Touched You” fast im Alleingang loslegt und später die ganze Truppe den Laden nach vorne peitscht. Auch die Midtempo-Hymne „Joy Comes with the Morning“ funktioniert wegen seinem Organ so wunderbar.

Allzu große Experimente gönnt sich die Band aber nicht. Das meiste kennt man. Das Niveau wird aber locker gehalten, manchmal auch übertroffen. Die beiden genannten Songs sind einfach Überhits. Punkt. Dagegen wirken knackige Beiträge wie „Don’t Be a Hero, Find a Friend“ oder „We Know Who We Are“ fast schon gewöhnlich. Überzeugen können aber auch diese uneingeschränkt. Im Vergleich ist „Titles“ sogar noch etwas besser als das Debüt. Ein Album voller Herzblut, mit ergreifenden Hymnen für chaotische und manchmal auch melancholische Stunden.

Wertung: (8,5 / 10)

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