Rawhead Rex (GB 1986)

rawheadrexOft gescholten, und das zu Recht, ist „Rawhead Rex“, der eine Kurzgeschichte von Clive Barker zu filmischem Müll verwurstet. Der Autor steuerte gar selbst das Drehbuch bei, distanzierte sich alsbald aber vom (buchstäblich) fertigen Werk und zeigte bei „Hellraiser“ wenig später, wie die Adaption seines Schaffens fachkundig vorzunehmen sei. Das übergroße Problem des bescheidenen Horror-Murkses ist nicht das Drumherum, respektive die Darsteller, die Optik und die Bildsprache, die bei gelungener Stimmungslage sicher Abstriche in Kauf nehmen ließen, sondern das Ungetüm mit der lächerlichen Gummimaske.

Auf dem irischen Dorf nämlich wird dieses aus seinem Verließ befreit, als Bauern einen uralten Runenstein vom Acker wuchten. Es raucht, es zischt und plötzlich steht da der titelspendende Hüne mit der Latexfratze. Von den rot glühenden LED-Augen ganz zu schweigen. Wenig später hat die Gemeinde mit Schwund zu kämpfen, schlägt der zerzauste Trampel mit den mechanisch ausfahrbaren Fingernägeln doch eine Schneise der Verwüstung durch die Einwohnerschaft. Ein Wissenschaftler, der mit Kind und Kegel für fachkundige Fotoaufnahmen in die alte Heimat gereist ist, gerät mitten hinein ins wüste Treiben. Als sein Sohn vom Unding zerlegt wird, schreit der Gelehrte nach Rache.

George Pavlous („Underworld“) nie nach Produktionsstandards der mittleren Neunzehnachtziger aussehender Trash hätte ein achtbarer Billigfilm werden können. Der Hauch von Atmosphäre, die zum Teil barschen Splatterszenen und ein paar der Vorlage entliehene Ideen – zur Weihe eines priesterlichen Gehilfen pinkelt ihn der Rawhead kurzerhand an – sorgen für Aufwind, der jedoch stets an der hochnotpeinlichen Äußerlichkeit des Geisterbahnkunststoffkappes abtropft. Die Dialoge tun englisch wie deutsch ihr übriges, um das fransige Rudiment Barker´scher Finesse einzig für die alkoholisierte Party-Film-Klientel erträglich zu gestalten.

Wertung: (3 / 10)

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