Raw Power – Inferno (2017, Demons Run Amok)

Es gibt nur wenige Bands, die ihrem Namen zu größerer Ehre gereichen als RAW POWER. Die Italiener sind seit den frühen Achtzigern unterwegs und haben ihren Sound über die Jahrzehnte – wenn überhaupt – nur unwesentlich verändert. Entsprechend roh und kraftvoll geht es auch auf ihrem neuen Werk „Inferno“ zu, das den Klassiker über 15 brachiale Tracks mit den Missständen der Gesellschaft hadern lässt.

Einen Teil des Charmes machen zweifelsfrei die akzentreich vorgetragenen Vocals aus, die Frontmann Mauro kämpferisch ins Mikro bellt. Neben englischen Texten greifen RAW POWER aber auch auf Statements in ihrer Landessprache zurück. Der musikalische Rundumschlag erfolgt (naturgemäß) im 80’s-Stil, will heißen Hardcore trifft Punk trifft Metal. Zur Steigerung von Reiz und Nachhall verfügt die Scheibe zudem über stattlich schreddernden Thrash-Appeal. Das macht vom Fleck weg Laune.

Der Variationsspielraum, das wird rasch offenbar, ist bald erschöpft. Zum Problem wird das jedoch zu keiner Zeit. Die Südeuropäer pochen auf Vollgas, gewähren nur wenige Verschnaufpausen und bringen genug Spielfreude mit, um ihrer Old-School-Kelle den nötigen Nachdruck zu verleihen. Den abseitigen Party-Charakter mehren Stücke wie „The Jurassic Hounds“, das politisch motivierten Kloppern wie „Look the Other Way“ oder „Harassment“ ein ironisches Gegengewicht bietet. Kurzum: Coole Scheibe für Hardcore-Nostalgiker.

Wertung: (7 / 10)

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