Quarantäne (USA 2008)

quarantaeneWas nutzt es noch über Sinn und Unsinn von US-Remakes zu palavern, wenn die Zeiträume zwischen der Auswertung von Original und Nachbau immer kürzer werden? Der pseudo-dokumentarische Schocker „[Rec]“ war kaum aus den Kinos verschwunden, da holte Hollywood auch schon zur Eigenvariante aus. John Erick Dowdles („The Dry Spell“) nahm sich des Stoffes an und verfilmte ihn unter dem Titel „Quarantine“ neu. Mit kleinen Erweiterungen, unwesentlichen Veränderungen und einem deutlichen Beklemmungsabfall.

Wieder sind es TV-Journalistin Angela Vidal, hier gespielt von Jennifer Carpenter („Dexter“), und ihr Assistent, die eine Gruppe Feuerwehrmänner mit der Kamera begleiten. Ein vermeintlicher Routineeinsatz führt sie in eine Mietskaserne, wo eine unbekannte Seuche die Menschen in reißende Bestien verwandelt. Von außen wird das Gebäude hermetisch abgeriegelt, die Quarantäne von bewaffneten Sicherheitskräften rigoros durchgesetzt. Mit dem Fernsehteam wird auch der Zuschauer in absoluter Unmittelbarkeit Zeuge der sich zuspitzenden Katastrophe.

Die braucht in der US-Version einen üppigeren Vorlauf, mehr Blut und die Gewissheit, dass die von außen einwirkenden Kräfte auch tatsächlich ohne Skrupel über Leichen gehen, um die Gefahr innerhalb der kontaminierten Mauern zu halten. Also wird den Eingeschlossenen das Licht abgeknipst und mehr noch vor laufenden Kameras behauptet, die Situation wäre durch Evakuation längst bereinigt. Doch weichen gerade diese individuell punktierten Zuspitzungen von der originär so ungemein wirkungsvollen Reduzierung auf die in Panik vereinte Schicksalsgemeinschaft ab.

Fast scheint es, als könne Dowdles nicht gänzlich von einer konventionellen Dramaturgie ablassen und das Publikum eben doch nicht mit Angela und der wachsenden Horde an Quasi-Zombies allein lassen. Fraglos kommt er der Vorlage nah genug, um ihre Wirkung nicht achtlos verfliegen zu lassen. Beizeiten schafft er sogar gelungene optische Erweiterungen, deren stimmungsvollste die Niederstreckung einer mutierten Kreatur durch den Kameramann mit seinem Arbeitsgerät stellt. Für sich genommen funktioniert der Stoff also auch in der Wiederholung. Nur gerät er im direkten Vergleich eindeutig ins Hintertreffen. Ein solides, wenn auch gewohntermaßen überflüssiges Remake.

Wertung: (6 / 10)

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