Lauschangriff – My Mom’s New Boyfriend (USA/D 2008)

lauschangriff-my-moms-new-boyfriendWas ist nur mit Meg Ryan geschehen? Die Karriere des blonden Hollywood-Darlings, das in „Harry und Sally“ oder „Schlaflos in Seattle“ die Massen verzückte, geriet durch die kurze Affäre mit dem Kollegen Russell Crowe endgültig aus der Spur. Romantische Komödien schienen nicht länger mit ihrem Image vereinbar, das wenig glückliche Händchen bei der Rollenauswahl machte es nicht besser. Ein weiterer Tiefpunkt ist die fade Humoreske „Lauschangriff – My Mom’s New Boyfriend“ (Alternativtitel: „Kunsträuber küsst man nicht”), in der die Ryan sogar ihre natürliche Ausstrahlung einbüßt – zugunsten einer Extraportion Botox.

Erst einmal steckt sie jedoch in einem Fatsuit, dem die von ihr gespielte Marty Durand durch eisernes Abspecken auf Modelmaße entkommt. Da staunt Sohnemann Henry (Colin Hanks, „Untraceable“) nicht schlecht, als er vom mehrjährigen FBI-Außeneinsatz nach Hause kommt und gleich den zweiten Frühling der ehedem stark übergewichtigen Erzeugerin miterlebt. Die nämlich vergnügt sich neuerdings mit brunftigen Jünglingen. Ernsthaft zu funken scheint es bei ihr erst, als der rassige Tommy (Antonio Banderas, „Die Maske des Zorro“) auf der Bildfläche erscheint.

Das allein taugt natürlich nicht zur abendfüllenden Unterhaltung, weshalb der patente Charmeur ausgerechnet ein gesuchter Kunsträuber ist, der natürlich gleich den nächsten Coup im Auge hat. Logischerweise beauftragen Henrys Vorgesetzte ihn mit der Bespitzelung von Mutter und Lover, wovon die Verlobte (Selma Blair, „Hellboy“), auch noch eine Kollegin, aber nichts erfahren darf. Und so dreht sich das Karussell der eingebildet amüsanten Verwicklungen um ein Zentrum latenter Peinlichkeit. Denn über Charme, geschweige denn echten Witz verfügt der platte Schwank mitnichten.

Überhaupt will kein Gag so richtig zünden. Die Ryan gibt die flippige Sexbombe mal lasziv, mal hysterisch, wirkt dabei aber nur wie eine traurige Karikatur vergangener Paraderollen. Hanks reduziert die Figur des überforderten Filius auf infantile Verweigerungshaltung und verbale Attacken gegen Tommy. Wenigstens Banderas bringt einen Hauch von Spielwitz mit, was das leidlich amüsante Drehbuch von Regisseur George Gallo („Schneesturm im Paradies“) aber nie zum Vorteil nutzen kann. Auf dem Weg zum Happy End gilt es noch ein paar vorhersehbare Wendungen und hilflose Actionintermezzi zu meistern. Doch selbst die wirken in diesem krampfigen Komödienkrepierer so fahrlässig hingeschludert wie die Aufgespritzte Miene der Hauptdarstellerin.

Wertung: (3 / 10)

 

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