Prinz Eisenherz (D/GB/IRL 1997)

prinzeisenherzEin Ritter, ein Held, ein Pottschnitt: „Prinz Eisenherz“, die von Hal Foster Ende der Neunzehndreißiger erdachte Comicfigur, wurde in der Artus-Sage (samt Tafelrunde und Excalibur) heimisch und avancierte über die Jahrzehnte zum Klassiker. Als Leinwandrecke bot er, verkörpert von Robert Wagner, mittelalterlichen Schurken erstmals 1954 die Stirn. Mit Ausnahme einer kurzlebigen Zeichentrickreihe beschränkten sich die Abenteuer aber auf die populären Bildfolgen. Bis sich Deutschlands Erfolgsproduzent Bernd Eichinger („Resident Evil“) 1997 mit James Gorman („Die Piratenbraut“) zusammentat, um dem Mythos neues Leben einzuhauchen.

Nun könnte man darüber schwadronieren, mit welch beachtlichem Aufwand die Ritterwerdung des Knappen Eisenherz, recht farblos gespielt vom späteren „True Blood“-Star Stephen Moyer, auf Zelluloid gebannt wurde. Tatsächlich bieten Bauten und Kostüme zumindest eingefleischten Fantasy-Fans einiges fürs nicht eben verwöhnte Auge. Der Plot allerdings wirkt schnarchig, mit viel Bewegung und Kampf zwar, im Gegenzug aber ohne Eleganz. Dieser Schein trügt auch durch die namhafte Besetzung nicht, die Edward Fox („Die Brücke von Arnheim“) als König Artur oder Joanna Lumley („Absolutely Fabulous“) als durchtrieben Hexe (und des Regenten Schwester) Morgan Le Fey auffährt.

Als Eisenherz seinen Herren bei einem Turnier frecherweise vertritt und sich wahrlich ritterlich schlägt, fällt ihm bei der unvermittelt aufziehenden Intrige des Normannenkönigs Sligon (Udo Kier, „Blade“) eine Schlüsselrolle zu. Dessen Bruder Thagnar (Thomas Kretschmann, „King Kong“) hat sich nämlich Artus’ magischem Schwert Excalibur bemächtigt und die Schuld den Schotten zugeschoben. Während die britischen Truppen den Feind an falscher Stelle suchen, weiß es Eisenherz, der mit dem Schutz der hübschen Prinzessin Ilene (Katherine Heigl, „Grey’s Anatomy“) betraut wurde, bald besser.

B-Spezi Anthony Hickox („Waxwork“) wahrt die Nähe zur Vorlage durch Tricksequenzen und die für den Comic typischen Untertitel (hier ersetzt durch äquivalenten Off-Kommentar). Der Charme des gezeichneten Eisenherz geht im schier rasenden Tempo der Filmadaption aber ein ums andere Mal unter. Beiläufig findet der Titelheld auf dem Weg zum Showdown mit Thagnar seine Wurzeln als Thronfolger von Thule und Gefährten – „Hellboy“ Ron Perlman und „Willow“ Warwick Davis –, die ihm im entscheidenden Gefecht Beistand leisten. Durch die Ausstattung und die verschwindend kurze Laufzeit hält „Prinz Eisenherz“ bei der Stange. Wirklich überzeugend geriet aber auch die zweite Kinofassung der klassischen Bildgeschichten nicht.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

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