Udo Kier

  • Blade (USA 1998)

    „Some motherfuckers are always trying to ice-skate uphill.“ – Nicht um lässige Einzeiler verlegen: Blade Lange vor „Black Panther“ (2018) etablierte „Blade“ einen schwarzen Superhelden im Blockbuster-Kino. Bis 2004 schlüpfte Actionstar Wesley Snipes („Passagier 57“) drei Mal in die Rolle des vampirischen Vampirjägers und füllte die Comic-Vorlage von Marv Wolfman und Gene Colan mit stoischer…

  • Brawl in Cell Block 99 (USA 2017)

    Bevor sich Vince Vaughn auf standardisierte Komödien-Kost abonnieren ließ, empfahl er sich als kompetenter Charakterdarsteller. Angesichts von Kassenschlagern wie „Old School“ (2003) oder „Die Hochzeits-Crasher“ (2005) treten Werke wie „Swingers“ (1996) oder „Clay Pigeons“ (1998) jedoch nahezu gänzlich in den Hintergrund. Dass Vaughn dem ernsten Fach allerdings nicht abgeschworen hat, zeigen etwa die zweite Staffel…

  • Suspiria (I/D 1977)

    „Do you know anything about… witches?“ – Sara Es gibt nur wenige Horror-Filme, die das Prädikat „Kunstwerk“ verdienen. Meist verfügen diese Ausnahmen über eine ausgeprägt surreale Note. Treffliche Beispiele sind Nicolas Roegs „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ (1973) oder David Lynchs Debüt „Eraserhead“ (1977). Ein selbst aus diesem extravaganten Zirkel herausstechender Geniestreich ist Dario Argentos…

  • Iron Sky (FIN/D/AUS 2012)

    „All presidents who start a war in their first term get re-elected.“ – Die US-Präsidentin beweist Weitblick Laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung von 2012 haben rund 16% der in Ostdeutschland lebenden Menschen ein „geschlossenes rechtsextremes Weltbild“. Das klingt erst einmal erschreckend, verglichen mit dem Mond sind die neuen Bundesländer aber geradezu liberales Terrain. Denn in…

  • Prinz Eisenherz (D/GB/IRL 1997)

    Ein Ritter, ein Held, ein Pottschnitt: „Prinz Eisenherz“, die von Hal Foster Ende der Neunzehndreißiger erdachte Comicfigur, wurde in der Artus-Sage (samt Tafelrunde und Excalibur) heimisch und avancierte über die Jahrzehnte zum Klassiker. Als Leinwandrecke bot er, verkörpert von Robert Wagner, mittelalterlichen Schurken erstmals 1954 die Stirn. Mit Ausnahme einer kurzlebigen Zeichentrickreihe beschränkten sich die…

  • Barb Wire (USA 1996)

    Pamela Anderson (Lee), die Frau, die allgemein als wandelndes Synonym für formvollendete Ansaugstutzen in die Historie eingehen durfte, ist „Barb Wire“. Am Anfang sehen wir sie bei der Tätigkeit, die sie am besten beherrscht – der Präsentation ihres Körpers. Auf der Bühne ihrer eigenen Bar legt sie einen Striptease aufs Parkett und lässt sich aus…

  • Children of Wax (BG 2005)

    „I clean fatherland.“ – Nicht ganz dicht: P. Still ist es geworden um Menahem Golan, jenen Produzenten, der mit Partner Yoram Globus einst den B-Film aufmischte. Aus der gemeinsamen Cannon-Produktionsschmiede gingen Werke wie „Missing in Action“, „Delta Force“ oder die „Death Wish“-Sequels hervor. Ende der Achtziger, als der Videomarkt übersättigt schien, meldete Cannon Konkurs an….

  • Andy Warhol’s Frankenstein (I/F/USA 1973)

    Die Skandalisierung eines Klassikers: Mit „Flesh for Frankenstein“ brach Pop Art-Ikone Andy Warhol mit Mythen und Konventionen des Horror-Kinos. Obwohl er nur im Hintergrund agierte, als Produzent und Triebfeder, ist die in hiesigen Breiten als „Andy Warhol´s Frankenstein“ bekannte Extravaganz doch stets an seinen Namen gefesselt. Dabei überließ Warhol die Regie dem Factory-Weggefährten Paul Morrissey,…

  • Shadow of the Vampire (GB/USA/LUX 2000)

    „Our battle, our struggle ist to create art. Our weapon is the moving picture.“ – Murnau Friedrich Wilhelm Murnau, ein Visionär des expressionistischen deutschen Kinos, drehte den Stummfilm-Klassiker „Nosferatu“ nach Bram Stokers Schauerroman „Dracula“. Stokers Witwe verweigerte ihm jedoch die Urheberrechte, so dass der Titel und die Namen der Charaktere geändert werden mussten. Zur Entstehungsgeschichte…

  • Andy Warhol´s Dracula (F/I 1974)

    „The blood of these whores is killing me.“ – Dracula Als eine zentrale Figur der Pop-Art wurde Andy Warhol zur Legende. Neben der Malerei betätigte er sich als Graphiker, Skulpteur, Autor und experimenteller Filmemacher. In den Siebzigern öffnete er sich dem Kommerz, was sich auch in den exploitativen B-Movies niederschlug, die Paul Morrissey („Flesh“, „Trash“,…

  • Far Cry (CDN/D 2008)

    Kein Entkommen, kein Erbarmen. Dr. Uwe Boll ist ein Jäger, der gnadenlos über seine Beute herfällt. Für gewöhnlich trifft es populäre Videospiele, deren Konsistenz er zu schmerzhaften Filmwerken aufbereitet. Das jüngste Opfer des Schlock-Meisters ist „Far Cry“, ein moderner Klassiker unter den Ego-Shootern, dessen Adaption von Fans mit Argwohn verfolgt wurde. Nicht nur wegen Boll,…

  • Vernetzt – Johnny Mnemonic (USA 1995)

    Aus dem Katalog kinematographischer „No Go Areas“: Ob seiner mangelnden Qualität fast schon berüchtigt ist „Vernetzt – Johnny Mnemonic”, der zweite Langfilm von Videoclip-Regisseur und Konzeptkünstler Robert Longo („Arena Brains“). Der geht auf eine Kurzgeschichte von William Gibson („Neuromancer“) zurück, der seine Schöpfung gleich selbst auf Drehbuchumfang walzte. Doch egal wie flach sich der teils…

  • BloodRayne (USA/D 2005)

    Uwe Boll („Alone in the Dark“) ist der Prügelknabe des Fantasy-Genres. Seine Spezialität sind Verfilmungen populärer Videospiele, sein Markenzeichen einhellig vernichtende Resonanzen. Aber kneift er deshalb den Schwanz ein wie ein geprügelter Hund? Mitnichten. Boll folgt dem mit „House of the Dead“ eingeschlagenen Pfad mit unbeirrbarer Zielstrebigkeit. Das verdient Respekt. Im Gegensatz zu seinen Filmen….

  • Masters of Horror: Cigarette Burns (S. 1/Ep. 8) (USA 2005)

    „Masters of Horror“ ist eine 13-teilige, fürs US-Fernsehen produzierte Serie, die an das Prinzip der „Tales from the Crypt“ – hierzulande unter dem Titel „Masters of Horror“ auf Video erschienen – anknüpft. In knapp einstündigen, in sich abgeschlossenen Episoden toben sich namhafte Regisseure wie Tobe Hooper („Texas Chainsaw Massacre“), John Landis („American Werewolf“) oder Dario…

  • End of Days (USA 1999)

    „Between your faith and my Glock nine millimeter, I’ll take the Glock.” – Jericho Als Ende des letzten Jahrtausends angekündigt wurde, Arnold Schwarzenegger werde in „End of Days“ den Leibhaftigen bekriegen, war die Neugierde groß. Sein letzter großer Hit „True Lies“ (1994) lag fünf Jahre zurück, komödiantische Versuche („Versprochen ist versprochen“) gerieten zum moralischen Vergnügungstöter….

  • Dogville (DK/FIN/N/S/GB/D/F/NL 2003)

    Wenn Regie-Exzentriker und Kino-Dogmatiker Lars von Trier („Idioten“) zum künstlerischen Rundumschlag ausholt, dann ist für gewöhnlich Großes zu erwarten. So auch im Falle von „Dogville“, von Triers inhaltlich wie inszenatorisch provokantem Auftakt zu einer geplanten Trilogie über die schroffe Beschaffenheit der amerikanischen Gesellschaft. Das eigentliche Wagnis jedoch bildet weniger die drastische Komponente des Kontextes, als…