Predators (USA 2010)

predators„This planet is a game reserve. And we’re the game.“ – Royce

Ein Mann fällt buchstäblich aus allen Wolken. Es ist Adrien Brody („Der Pianist“), Charaktermime und Oscar-Preisträger, der in „Predators“ mit schwerer Artillerie und einigen Kilo zusätzlicher Muskelmasse zum Actionhelden mutiert. Zugegeben, die Heldenhaftigkeit seiner Figur wird durch die Profession des mordenden Söldners stark relativiert. Doch genau solche Typen braucht es, um der akuten Gefahr im Dschungel eines fernen Planeten die Stirn zu bieten. Im freien Fall erwacht jener Berufskrieger Royce aus einer Betäubung und kann den ihm angehängten Fallschirm gerade noch rechtzeitig öffnen. Wie er an diesen Ort geraten und wer für seine Entführung verantwortlich ist, bleibt vorerst schleierhaft. Zumindest für ihn.

Der Zuschauer weiß es längst besser, schließlich bedeutet der von Robert Rodriguez („Planet Terror“) produzierte Ableger des S/F-Action-Klassikers „Predator“ die Rückkehr der monströsen außerirdischen Hobbyjäger. Damit die sich auf der Pirsch bewähren können, bedarf es geschulter und vor allem wehrhafter Beute. Da kommt Royce ins Spiel. Aber natürlich ist er nicht allein. Die Kidnapper aus den Tiefen des Weltalls haben ihre potentiellen Trophäen aus sämtlichen Erdteilen zusammengesucht und verschleppt. Da ist ein russischer Elitesoldat, ein Yakuza, ein afrikanischer Freischärler, ein zum Tode verurteilter Sträfling (überzeichnet: Walton Goggins, „The Shield“), der undurchsichtige Arzt Edwin (Topher Grace, „Spider-Man 3“) und natürlich Danny Trejo („Desperado“) als verschlagener Mexikaner. Neben Royce dürfen Scharfschützin Isabelle (Alice Braga, „Repo Men“) die größten Überlebenschancen eingeräumt werden.

Die schwüle Dschungelkulisse, der wohl bekannte Soundtrack, die Gatling Gun des Russen und nicht zuletzt die aus einem Körper gerissene Wirbelsäule samt Schädel sorgen dafür, dass sich Fans des Originals rasch heimisch fühlen. Der atmosphärisch dichten Teambildung (mit „Cube“-Anleihen) und düsteren Vorzeichen folgt bald die erste Konfrontation. Die Jäger schicken ihre „Hunde“ aus. Doch anstatt das Tempo anzuziehen und den Kampf zuzuspitzen plustert „Kontroll“-Regisseur Nimród Antal den Mittelpart mit Füllszenen auf. Plötzlich erscheint „Matrix“-Revoluzzer Laurence Fishburne auf der Bildfläche, der mit zunehmender Leibesfülle glatt als Double von James Earl Jones durchgehen würde. Sein Auftritt als wahnsinniger Überlebender ist überflüssig, wird durch ein knackiges Schlussdrittel aber heuer egalisiert.

Die Action in diesem denkbar simplen Feuerwerk ist von schnörkellos altem Schlag und dazu sehenswert fotografiert. Für dramaturgische Zwecke gibt es auch eine Art Predator-Stammesfehde, die das Finale aber nur mehr verlängern hilft. An den Vorgänger kommt Rodriguez’ schmissiges Fanfest nicht heran – wenn die Verpflichtung Brodys auch ähnliche Wirkung zeigt wie die Danny Glovers als Raubein in „Predator 2“. Furztrockene Einzeiler und die herrlich altbackene Machart übertreffen aber doch zumindest die „Alien vs. Predator“-Intermezzi. Warum „Predators“ allerdings eine Freigabe ab 18 erhielt, bleibt angesichts der Neubewertung des lange zensierten und nun gänzlich ungeschnittenen Originals ab 16 fraglich. Aber für die zielführende Klientel dürfte auch diese Randnotiz einzig die Erinnerung an die gute alte Zeit des Actionfilms befeuern.

Wertung: (6,5 / 10)

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