Plague Town (USA 2008)

plague-townAuf den ersten Blick mag man bei „Plague Town“ einen weiteren kleinen und günstigen Beitrag zum Thema Backwood-Slasher erwarten. Aber der Blick täuscht erfreulicherweise. Zwar sind es auch hier ein paar amerikanische Städter, die beim Familienurlaub vom Wege abkommen und irgendwo in der irischen Pampa verloren gehen. Aber die gesamte Inszenierung wirkt weniger dem Backwood-Hype nachgehechelt und offenbart eher die Arbeit von Liebhabern mit einer leichten Verbeugung vor dem Horror vergangener Jahre.

Die Protagonisten sind Vater Jerry (David Lombard), dessen neue Freundin Annette (Lindsay Goranson) sowie die Töchter Molly (Josslyn DeCrosta) und Jessica (Erica Rhodes). Diese verpassen ihren Reisebus und müssen deswegen ein Notquartier in einem abgestellten Auto in der Nähe eines Dorfes aufschlagen. Hilfe können sie von dort nicht erwarten, denn alsbald sind ihnen die verfluchten Dorfbewohner auf den Fersen.

Unmittelbar für den DVD-Markt produziert, ist „Plague Town“ ein kleiner, aber stets unterhaltsamer Horror-Streifen. Das eingeschränkte Budget sieht man dem Film dabei zwar an, aber im Gegensatz zu vielen anderen Genrebeiträgen wird hier nicht am wichtigsten gespart. Die Atmosphäre stimmt erst einmal. Bedrohlich und einsam wirkt die Szenerie, Nebelschleier durchkreuzen die Landschaften und Wälder und auch die Soundkulisse sorgt für gruselige Momente. Ein paar angedeutete Schockmomente bilden nicht den Kern des Films. Vielmehr ist es eben diese vergleichsweise intensive Atmosphäre, was bei vielen ähnlichen Produktionen eben ganz anders aussieht.

Dazu gesellt sich ein ordentliches Gewaltlevel. Hier wird nichts angedeutet oder aus Kostengründen eine Szene ausgeblendet. Das Blut spritzt förmlich aus allen Körperöffnungen, Halsschlagadern explodieren, eine Radkappe erfüllt mehr als ordentlich seinen Zweck und auch eine Mistgabel kommt zum Einsatz. Dass es der Film in seiner Urfassung nach Deutschland schaffte, mag dabei doch etwas verwundern, da auch Kinder auf der Abschussliste stehen und die Kamera stets die Nähe offener Wunden sucht. Als reines Gore-Spektakel ist „Plague Town“ jedoch eben nicht anzusehen. Unterm Strich hat man es hier mit einem guten Genre-Beitrag zu tun, der erstaunlich ordentlich in Szene gesetzt wurde.

Wertung: (6 / 10)

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