Pig Hunt (USA 2008)

pig-hunt„Death walks on all fours.“ – Hinweisschildern im Haschfeld und den Warnungen des toten Onkels sollte man tunlichst Glauben schenken!

Backwood-Horror trifft Kriegs-Trauma: Neu ist das wahrlich nicht. Die Siebziger sind voll von politisch motivierten Schockern nach unberechenbarer Maßgabe des Terrorfilms. An deren Qualität reicht Jason Isaacs „Pig Hunt“ jedoch nur in seinen stärksten Momenten heran. Und die lassen auch noch auf sich warten. Fast zu lange. Isaac, der zuvor die unbefriedigenden Genreproduktionen „Jason X“ und „Skinwalkers“ inszenierte, begleitet eine Gruppe grob gezimmerter Charaktere beim Jagdtrip in die Provinz. Und belässt es über weite Strecken dabei.

Mit drei Freunden will Irakkriegs-Veteran John (Travis Aaron Wade, „Krieg der Welten“) auf dem Land seiner Familie Schweine erlegen. Eigentlich sollte es ein Männerwochenende werden, doch Freundin Brooks (Tina Huang, „Tenderloin“) hängt sich an die Jagdgesellschaft an. Vor Ort, im verwüsteten Haus des unlängst verstorbenen Onkels, finden sie erste Hinweise auf ein 3.000 Pfund schweres Killer-Wildschwein, das im Hillbilly-Hinterland sein blutiges Unwesen treiben soll. Mit zwei großmäuligen, John bekannten Rednecks stellen sie der Bestie nach. Mit blutigen Konsequenzen.

„Pig Hunt“ zerfällt in zwei Teile: Der erste läutet langatmig und mit angestrengter Typenkomik die Pirsch ein, hat abseits klischeehafter Figuren und geistloser Dialoge aber kaum nennenswertes zu bieten. Dem zweiten Part aber gelingt es unerwarteterweise doch noch, dreckige Stimmung und grimmigen Humor zu einem partiell packenden und zunehmend brutalen Alptraum zu verdichten. Der hübsch hässlich modellierte Riesenkeiler spielt jedoch eine eher untergeordnete Rolle und dient nebst Tier-Horror-Anleihen eher als Rahmen für entartete Provinz-Riten und eine Menschenjagd, zu der auch eine Kommune obskurer Hippie-Drogenfarmer ihr garstiges Scherflein beisteuert.

Die Message fließender Grenzen zwischen menschlichem und animalischem Sein ist platt und auch hier wieder nur Vorwand für heftiges Sterben auf schlammigem Grund. Neben dem ideenlosen Vorlauf erweist sich die schwache Besetzung als gröbste Fahrlässigkeit, aus der neben dem Machete schwingenden Hasch-Priester (Bryonn Bain) nur die zum resoluten Flintenweib avancierende Brooks heraus sticht. Auf seine Weise ist der blutige B-Streifen erfreulich degeneriert, wirkt in der Summe seiner diffusen Einzelteile aber einfach eine Spur zu unausgewogen.

Wertung: (5 / 10)

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