Phantom Commando – Die Rückkehr (RUS 2008)

phantom-commando-die-rueckkehrDass Hollywood jedes halbwegs funktionale ausländische Filmkonzept adaptiert und wiederverwertet, ist hinreichend bekannt. Seltener hingegen ist der umgekehrte Weg, bei dem zumeist amerikanische B-Movies für etwaige heimische Märkte aufgewärmt werden. Mit „Phantom Commando – Die Rückkehr“ nimmt sich Mikhail Porechenkov, der deutsche Titel nimmt es unweigerlich vorweg, des 1985 gedrehten Schwarzenegger-Vehikels „Phantom Kommando“ an. Sich selbst mag er damit einen Traum erfüllt haben, beinharte Fans werden aber zweifelsfrei dem Original die Treue halten.

Der Plot ist, abgesehen von kleinen Variierungen, unverändert: Elitesoldat Ivan (Porechenkov selbst), in der liebevollen hiesigen Synchronisation der Gewohnheit halber John genannt, lebt mit seiner Tochter zurückgezogen in einer Berghütte. Um an ihn heranzutreten, tötet ein Killerkommando Mitglieder seiner alten Einheit. Als der ehemalige Vorgesetzte ihn warnt, schnappt die Falle zu. Mit der Entführung der Tochter soll Ivan dazu bewegt werden, den Präsidenten Estlands zu eliminieren. Doch die Ein-Mann-Armee denkt nicht im Traum daran, die Forderung der Schurken zu erfüllen – und schlägt mit Unterstützung der hübschen Stewardess Aliya (Aleksandra Ursuliak) erbarmungslos zurück.

Vereinzelt werden Szenen bis ins Detail kopiert. Doch Porechenkovs Nachbau ist im Ton noch überspitzter, die Figuren noch überzeichneter. Sein „Pantom Commando“ ist ein kurzweilig rasanter Action-Comic, der dem machohaften Schwarzenegger-Reißer mit einigem Herzblut nacheifert. Grundlegend funktioniert das passabel, bleibt trotz handgemacht kernigem Budenzauber und explosivem Showdown (inklusive einer Hommage an die Säbelkämpfer-Szene aus „Jäger des verlorenen Schatzes“) aber dennoch stets einen weiten Schritt hinter der Vorlage zurück. Dazu bei trägt auch Porechenkovs Ermangelung einer ikonesken Präsenz.

Überdies verfügt die Gegenseite weder über Charisma noch Überlebenschancen. Besonders deutlich wird das an Ivans rachsüchtigem Ex-Untergebenen Gelda (Bob Schrijber), den Vernon Wells in der Vorlage immerhin noch als rabiat psychopathischen Scheißkerl aufzog. Schrijber sieht dagegen mit bevorzugt gebleckter Zunge kein Land. So folgt nach der durchaus launigen und mit Explosionen gespickten Ausradierung einer ganzen Armee ein verhältnismäßig unrühmlicher weil steif gefilmter und einfallsloser finaler Zweikampf, bei dem letztlich leider kein „Dampf abgelassen“ wird. So hat die russische Kopie zwar die Muskeln, nicht aber die Qualität. Von Hollywood-Remakes kennt man das bereits zur Genüge.

Wertung: (5 / 10)

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