Peelers (CAN 2016)

Horror und Nacktheit gehören zusammen. Schon in Hitchcocks „Psycho“ (1960) erwies sich der Mord in der Dusche als prägnanteste Szene. In „Peelers“ geht es zwar weniger subtil zu, dafür bedient das zeigefreudige Nebeneinander von blanken Brüsten und sprudelnden Blutfontänen klassische Exploitation-Formeln. Eine gute Schippe Humor rückt die Low-Budget-Produktion in Richtung Fun-Splatter. Für diejenige Klientel, die es mehr gewalt- denn gehaltvoll braucht, dürfte das als Qualitätsmerkmal bereits genügen. Hinter dem offensichtlichen Vorreiter „From Dusk Till Dawn“ bleibt Sevé Schelenz‘ („Skew“) enthemmter Genre-Mix trotz überspitzter Ekelszenen und gelungener Zombie-Variation jedoch merklich zurück.

Für Stripclub-Eignerin Blue Jean (Wren Walker) soll es eine besondere Nacht werden. Ihr Etablissement (mit Namen „Titty Balls“) hat sie verkauft, der Ausstand gibt Anlass für eine rauschende Party. Doch es kommt anders. Allein schon, weil es in solchen Szenarien immer anders kommt. Hier sind es mittelamerikanische Bergarbeiter, die unter Tage auf eine ölige Substanz gestoßen sind, die allmählich von ihnen Besitz ergreift und sie in willenlose Killermaschinen verwandelt. Die von Kotzfontänen begleitete Metamorphose findet natürlich in Blue Jeans Nacktbar statt. Für sie, ihren polizeilich gesuchten Sohn Logan (Madison J. Loos, „The Tooth Fairy“), den in sie verschossenen Türsteher Remy (Caz Odin Darko, „Evil Exhumed“) und die übrigen Anwesenden der Startschuss für eine Nacht des Grauens.

Es ist zweifelsfrei der falsche Weg, Filme wie „Peelers“ mit überkritischem Auge zu begutachten. Die Liste der Unzulänglichkeiten ist insgesamt aber zu lang, als dass man zwischen all den umherspritzenden Körperflüssigkeiten darüber hinwegsehen könnte. Das beginnt bei den kaum überzeugenden Schauspielern – allen voran Darko agiert hölzerner als jeder Türpfosten – und findet seine Fortsetzung in einer bemüht lässigen Inszenierung, die selten entschlossen scheint, ob die Charaktere und ihre Schicksale nun ernst oder ironisch behandelt werden sollen. Als toughe Ex-Polizistin/Ex-Baseballspielerin Blue Jean, die unter keinen Umständen BJ genannt werden darf, entwickelt auch Hauptdarstellerin Walker nie so viel Charisma, als dass sie den Streifen an ihre Performance binden könnte.

Nach behäbigem Auftakt kommt „Peelers“ erst in Fahrt, als die ansteckenden Pseudo-Zombies zum Massaker ausholen. Das Besondere: Statt Kopfschuss hilft nur Wasser. Oder Bier. Oder Urin. Oder Fruchtwasser. Bereits das lässt erahnen, wohin die Reise geht. An Blut und Gewalt wird nicht gespart, abseits der ungewöhnlichen Monster-Prämisse nebst zugehöriger Ansteckungsgefahr ist da aber nichts, was nicht schon dutzendfach – und vielfach kurzweiliger – aufbereitet worden wäre. Das schmale Budget sieht man dem Film zwar jederzeit an, doch liegt hier definitiv nicht das Problem. Vielmehr scheint Schelenz dem beengten Handlungsort und dem darin drapierten Überlebenskampf nur schwerlich den nötigen Abwechslungsreichtum entringen zu können. Das fiese (von längendem Strip im Abspann entkräftete) Finale in Ehren, aber gesehen haben muss man diese blutige Fleischbeschau sicher nicht.

Wertung: (4 / 10)

scroll to top