Omega Doom (USA 1996)

omegadoom„Du hältst dich wohl für ein ganz starkes Laufwerk Fremder.“

Viele Worte muss man über Schundregisseur Albert Pyun wohl nicht mehr verlieren. Mit den Werken des emsigen Fließbandfilmers verhält es sich da anders, ermutigen diese doch auch nachhaltig zur munteren Attacke auf Zwerchfell und Lachmuskeln. Dieser künstlerisch verqueren Tradition entspricht auch „Omega Doom“, der neben der Mitwirkung von Pyuns Paradedarsteller Rutger Hauer („Die Jugger“, „Split Second“) in des Inszenators liebster Epoche angesiedelt ist – der von Cyborgs beherrschten Endzeit.

Vierhundert Jahre nach einem verheerenden Nuklearkrieg ist die Erde menschenleer. Die letzten noch existierenden Geschöpfe sind Cyborgs, intelligente Maschinenwesen und traurige Rudimente einer hochtechnisierten Ära. In eine der zahllosen Ruinenstädte verschlägt es eines Tages den schwarzgekleideten synthetischen Krieger Omega Doom (Hauer). In einem verfallenen Viertel stößt die ziellos umherwandernde Kampfmaschine auf zwei rivalisierende Cyborg-Gangs – und gerät unvermittelt zwischen die Fronten.

Vage bedient sich „Omega Doom“ bei Akira Kurosawas Klassiker „Yojimbo“. Das allein stempelt das endzeitliche Abfallprodukt allerdings noch nicht zur kolossalen Filmgurke, adaptierten doch bereits Sergio Leone („Für eine handvoll Dollar“) und Walter Hill („Last Man Standing“) den Stoff für eigene Interpretationen. Vielmehr verzichtet Pyun bei der Umsetzung seines praktisch nicht vorhandenen Skripts vollends auf Bewegung und lässt neben Lethargie vor allem schwülstige Wortwechsel walten.

Das Ambiente der verwüsteten Erde ist gemessen am finanziellen Rahmen des Films von passabler Güte und angereichert mit reichlich osteuropäischen Statisten als Leichen. Das war es dann aber auch. Der Rest ist billig heruntergekurbelter Nonsens mit lustlos agierenden Darstellern. Rutger Hauer – dem zu „Blade Runner“-Zeiten durchaus noch Talent zu attestieren war – stapft ziel- wie ausdruckslos durch inszenatorische Jammertäler. Schritt halten unter anderem die Pyun´schen Dauergäste Tina Coté („Heatseeker“), Jahi J.J. Zuri („Blast“) und Norbert Weisser („Arcade“).

Action ist bei „Omega Doom“ nicht nur Mangelware, sondern auch mit dilettantischen Tricks unterlegt. Da verwandeln sich geworfene Messer in schlecht einkopierte Blitze und Blue-Screen-Anleihen in prustende Trash-Highlights. Allerdings benötigt selbst der eingefleischteste Freund blöder Unterhaltung ein denkbar dickes Fell, um beim finalen Kampf zwischen Rutger Hauer und Opponentin nicht in anhaltendes Kopfschütteln zu verfallen. Denn zwischen schlecht montierten Nahaufnahmen und flüchtigen Schemen im Halbdunkel spotten die eindeutig gedoubelten Darsteller jeglicher Beschreibung.

Ohne Budget und allen voran ohne Ideen dümpelt „Omega Doom“ behäbig vor sich hin. Für Effekte war kein Geld da, für ansprechende Dialoge fehlte die Inspiration. So kippen die lustlosen Akteure in Ana Alexanders („The Game“) Bar Wasser statt Alkohol in die mechanischen Leiber und palavern bis zum nächsten Weltuntergang. Dabei dürfen munter Sprüche geklopft werden wie: „Du bist so gut wie Schrott.“ Passt ja, der Film ist es durch und durch.

Wertung: (2 / 10)

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