NOFX – They’ve Actually Gotten Worse Live! (2007, Fat Wreck)

nofx-they've-actually-gotten-worse-liveAuf ihre alten Tage bereisen NOFX wieder und wieder das Erdenrund. Seit einiger Zeit stehen vor allem die Länder auf dem Tourplan, die sonst weniger besucht werden. Israel oder Südafrika zum Beispiel, um nur mal zwei zu nennen. Für ihr neues Live-Album haben sie sich dennoch in ihre Heimat begeben, genauer gesagt nach San Francisco, wo man an drei aufeinanderfolgenden Abenden „They’ve Actually Gotten Worse Live!“ aufnahm. Bereits 1995 hatte es mit „I Heard They Suck Live!!“ ein Live-Album gegeben. Braucht man also wirklich noch ein zweites dieser Band? Muss man die alten Spaßkanonen um den dauernd palavernden Fat Mike nicht dabei auch auf der Bühne sehen? Natürlich muss man das, aber dennoch hat eine Platte wie diese durchaus ihre Daseinsberechtigung.

Zum einen ist unter den 24 Stücken keiner bereits auf dem ersten Live-Album enthalten gewesen. In der Konsequenz heißt das, es gibt hier vor allem Material der letzten Jahre zu hören. Allerdings haben sich mit „The Longest Line“, „Green Corn“, oder „Stickin in My Eye“ auch einige alte Gassenhauer eingeschlichen, die man nur zu gerne hören mag. Mühe haben sie sich definitiv gegeben, abwechslungsreicher und vor allem amüsanter könnte ein solches Werk nicht ausfallen. Zum Beispiel in Form des kleinen „Basket Case“-Einspielers bei „The Longest Line“ oder aber diversen Improvisationen bei den Texten – u. a. bei „Murder the Government“ – wie es auch DIE ÄRZTE immer wieder auf ihren Konzerten machen.

Die Aufnahmequalität ist überaus gut, auch das frenetisch feiernde Publikum wird nicht künstlich unterdrückt und an den strunzdummen Kommentaren von Fat Mike („Hi, my name is Mike and I’m an alcoholic. Hi Mike!”) bzw. dessen Interaktionen mit seinen Mistreitern, kann man sich auch nicht satthören. Dazu gibt es im Booklet von jedem Bandmitglied eine Art Tagebuch der drei Konzerttage, bei denen vor allem ihr Alkoholkonsum hervorsticht. Alles in allem eine wirklich gutes Live-Veröffentlichung voller Absurditäten und einer ganzen Menge hervorragender Songs. Um Längen besser als der erste Wurf von 1995.

Wertung: 7.5 out of 10 stars (7,5 / 10)

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