Black Sheep (NZ 2007)

black-sheep-2007Es brummt wieder im Tierhorrorfilm. Seit Jahren schon erobern sich Killerfische, Monsterkrokodile und Mörderratten ihren festen Platz im phantastischen Metier zurück. Wenn auch nur in TV- oder Videoproduktionen. Anders als beim Slashergenre blieb die Renaissance der rebellierenden Fauna bislang aus. Daran wird auch der Achtungserfolg „Black Sheep“ nichts ändern, mit dem Neuseelands Kinokultur einmal mehr sein untrügliches Gespür für irrwitzigen Trash unter Beweis stellt. Fabriziert hat ihn Jonathan King, der mancherorts bereits als würdiger Nachfolger von „Bad Taste“-Vater und Oscar-Preisträger Peter Jackson gefeiert wird.

Die Geschichte ist – wie immer in diesem Sujet – simpel gestrickt: Nach 15 Jahren kehrt der traumatisierte Henry (Nathan Meister, „No. 2“) auf die elterliche Farm zurück. Die Mutter starb bei seiner Geburt, der Vater verunglückte tödlich, als der Sohn noch ein Kind war. Fortan übernahm der ältere Bruder Angus (Peter Feeney, „30 Days of Night“) die Schafzucht und brachte es mit ihr zu Wohlstand. Nun will ihm Henry, der eine panische Angst vor Schafen entwickelt hat, seinen Erbanteil verkaufen. Weil Angus aber gentechnische Tierexperimente verfolgt, kreiert er eine Frankensteinbrut im Wollmantel. Und die fällt mit gesundem Appetit alsbald über Menschen und Artgenossen her.

Die teils urkomische Splatter-Groteske punktet durch schrullige Figuren und unverbraucht sympathische Darsteller. Neben Farmarbeiter Tucker (Tammy Davis, „Whale Rider“) trotzt Ökoaktivistin Experience (Danielle Mason, „Futile Attraction“) der blökenden Gefahr an Henrys Seite. Dass sich aus der verunglückten Genmanipulation eine handfeste Epidemie entwickelt, die auch vor der Verunstaltung von Menschen nicht Halt macht, liegt am hohen Ansteckungsgrad. Hier ein Biss, dort ein Kratzer und schon wächst der Appetit auf Fleisch rapide an. Dieser dem Zombie-Film entliehene Übertragungsweg ist nur eine von vielen Reminiszenzen, schließlich wird auch „Die Vögel“ und „American Werewolf“ Tribut gezollt.

Das eigentlich erfreuliche an „Black Sheep“ aber ist nicht das parodistische Potenzial, sondern die Liebe zur klassischen Umsetzung. Die zeigt sich insbesondere bei den Tricks, die fast ohne Unterstützung des Computers auskommen. Stattdessen werden aufwändig gestaltete Modelle und Latexmasken ins Gefecht geschickt, was den Effekt der liebevollen Hommage verstärkt und eine althergebrachte Abwechslung zum allgegenwärtigen CGI-Boom darstellt. Ob Autor und Regiedebütant Jonathan King tatsächlich einmal in die Fußstapfen seines Landsmanns Peter Jackson tritt, bleibt abzuwarten. Talent und Fantasie bringt er mit. Jetzt muss nur noch ein Folgefilm her, der die steigenden Erwartungen auch erfüllen kann.

Wertung: (7 / 10)

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