NOFX – I Heard They Suck Live!! (1995, Fat Wreck)

nofx-i-heard-they-suck-liveIrgendwann hatten es NOFX satt, dass lauter schlechte Bootlegs mit Live-Mitschnitten ihrer Auftritte kursierten. Jedoch weniger, weil sie keinen Cent daran verdienten, sondern vorrangig aufgrund der meist arg bescheidenen Klangqualität. Vielleicht rührt der Titel ihrer ersten offiziellen Live-Platte gerade daher: „I Heard They Suck Live!!“. Um das zu ändern, scheuten die Mannen um Fat Mike keine Mühe, spielten an drei aufeinander folgenden Abenden im Club The Roxy in Los Angeles (die Namensnennung wollten sich die Betreiber bezahlen lassen, so dass auf eine Anführung verzichtet wurde) und richteten auf der Bühne ein kleines Tonstudio ein. Nichts sollte dem Zufall überlassen werden. Doch dann kam ihnen der Durst ins Gehege.

Am ersten Abend floss der Alkohol in Strömen, so dass Anspruch und Qualität weit auseinander drifteten. So mussten einzig Aufnahmen der verbliebenen beiden Gigs die Scheibe speisen. Der Hörerschaft kann das egal sein. Allerdings wird der erste je auf Fat Wreck verewigte Live-Langspieler dem immensen Unterhaltungswert der Band nicht durchweg gerecht. Das bleibt weniger den unsinnigen Ansagen oder Kommentaren in Richtung des Publikums geschuldet, sondern vorrangig der Songauswahl. Zwar finden sich immergrüne Klassiker wie „Linoleum“, „Moron Brothers“, „Bob“, „Soul Doubt“, „Kill All the White Man“ oder „The Brews“ auf der Platte und auch die alten Kracher „Beer Bong“ und „Six Pack Girls“ machen Laune, vollends entkräften können die den zwischenzeitlichen Leerlauf aber nicht.

Über Sinn, Zweck und Spaßgehalt von Live-Alben lässt sich schier endlos diskutieren. „I Heard They Suck Live!!“ verfügt auf der Habenseite über eine perfekte Soundqualität und munteren Nonsens, weist im Gegenzug aber schlicht zu viele verzichtbare Nummern auf. Neben dem mäßigen Versuch eines RUDIMENTARY PENI-Covers („Nothing But a Nightmare“) gilt das vorrangig für „Life O’Riley“, „East Bay“ und „Nowhere“. „Together On the Sand“ und das abschließende „Buggley Eyes“ sorgen zwar für humorige Abwechslung und der Einsatz von Fat Mike & Co. bringt die nötige Energie mit, jenseits der Die-Hard-Fanfraktion ist die Scheibe aber nur bedingt als Pflichtprogramm zu propagieren.

Wertung: (6,5 / 10)

scroll to top