NOFX – My Stepdad’s a Cop and My Stepmom’s a Domme (2012, Fat Wreck)

Wer kennt das Problem nicht: Da findet man Handschellen und kann nicht zuordnen, ob sie nun dem als Polizisten arbeitenden Stiefvater oder der sich als Domina verdingenden Stiefmutter gehören. Zumindest in der Welt von NOFX scheint ein Dilemma wie dieses normal. Vor allem für Sänger, Bassist und Songschreiber Fat Mike, bei dessen hinlänglich kommunizierten sexuellen Vorlieben Handschellen noch zu den züchtigeren Arbeitsgeräten zählen dürften.

„My Stepdad’s a Cop and My Stepmom’s a Domme“ ist ein launiger Zweiminüter, bei dem der Punk-Klassiker an den ironischen Nonsens der DICKIES erinnert. Das Tempo stimmt, der Text macht Laune und das Comic-Cover der 7“ ist ein Hingucker. Dass es die Nummer – vor allem hinsichtlich der Tonalität – nicht auf das wenige Monate veröffentlichte 2012er-Album „Self Entitled“ geschafft hat, scheint verständlich, missen möchte man die ulkige Nummer trotzdem nicht. Als atmosphärisches Kontrastprogramm fungiert die B-Seite, eine exklusiv auf dieser Single veröffentlichte Demoversion des bitteren Hits „She Didn’t Lose Her Baby“.

Die Vorabausgabe ist – ähnlich der „I Believe in Godess“-Demo auf der „Ronnie & Mags“-7“ – von der fertigen Albumvariante nur unweit entfernt. Die Soundqualität ist leicht reduziert und der Gesang noch nicht vollends abgestimmt, nennenswerte Unterschiede sind jedoch kaum zu erkennen. Für Komplettisten liegt der Reiz daher in der Exklusivität des Tracks. Das Titelstück indes erfuhr weitere physische Auswertung auf der CD-Version der „Stoke Extinguisher“-EP. Die Frage „Haben oder nicht haben?“ sollte sich zumindest für Die-Hard-Fans und Vinyl-Junkies dennoch nicht stellen.

Wertung: (7 / 10)

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