Reuze – Shut Up and Learn to Walk (2018, Calyra)

Mit der von Lemmy und seinen MOTÖRHEAD-Mitstreitern etablierten Bastardvariante des Rock’n’Roll wurde der Schweine-Rock salonfähig. In den Kreis der legitimen Erben reihen sich auch REUZE ein, deren Zweitwerk „Shut Up and Learn to Walk“ munter Rock, Metal, Punk und Hardcore kombiniert. Im Vergleich zum durchwachsenen Vorgänger „Come Alive“ (2017) wurde der Rotz-Anteil entscheidend erhöht, wobei das Trio aus Halle/Saale heuer den Eindruck vermittelt, dass ihnen ein erhöhter Gefälligkeitsfaktor gehörig am Arsch vorbeigeht.

Die Prämisse ist simpel: laut, hart, schnell. Dazu grölt Frontmann Thomas Fischer (u. a. bekannt durch seine Mitwirkung bei VIU DRAKH) ohne Rücksicht auf Verluste. Beim einleitenden, angenehm ruppig vorgetragenen Titeltrack, dem folgenden „Jonathan“ (vor allem in Hälfte zwei) oder dem finalen „Doom After Dark“ sorgt die stimmungsvoll nonchalante Interpretation des rollenden Rocks für Eindrücke, die Lust auf mehr machen. In selber Weise zündet zwar nicht jeder Song, ungeachtet einer gewissen strukturellen Überschaubarkeit (und Austauschbarkeit) gibt es hier aber grundlegend wenig zu meckern.

Wertung: (6,5 / 10)

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