Navy Seals vs. Zombies (USA 2015)

navy-seals-vs-zombiesIrgendwer kämpft immer. „Kramer gegen Kramer“, „Cowboys vs. Aliens“, „Ash vs. Evil Dead“ oder Angelina Jolie gegen Brad Pitt. Nun also „Navy Seals vs. Zombies“, ein B-Actioner auf den Spuren von „World War Z“. Nur eben ohne Budget, Stars oder Weltkrieg. Dafür mit echten Navy Seals. Das ging bereits bei „Act of Valor“ gehörig nach hinten los und genügt auch hier lediglich für sparsame Mimik und gekrümmte Finger am Abzug. Dafür unterfüttert 80’s-Star Michael Dudikoff („American Fighter“) sein Comeback und tritt als militärischer Befehlshaber mit schmucker Gesichtsnarbe in Erscheinung. Das von Heldenverehrung und Militär-Pathos umwehte Bleigewitter im Krisengebiet begleitet er dabei lediglich aus der Kommandozentrale heraus.

Ins Gefecht geschickt wird eine kleine Spezialeinheit unter Führung von Pete Cunningham (Ed Quinn, „Eureka“). Die wird nach Baton Rouge gesandt, um den auf Wahlkampftour befindlichen Vizepräsidenten zu evakuieren. Denn im Stadtgebiet sind die Zombies los. Wieseflink fallen sie über die ahnungslose Bevölkerung her und verwandeln die Opfer in ihresgleichen. Manche davon erheben sich wie einst Nosferatu, andere können über Mauern springen. Da helfen nur Kopfschuss und Fersengeld. Frischling AJ (Damon Lipari, „Shark Night 3D“), der einzige Seal ohne starken Bartwuchs, kommt so beim ersten Einsatz gleich mächtig ins Schwitzen. Die schwangere Frau ergeht sich in entsprechender Sorge. Dabei sollte sie lieber fürchten, dass der Gatte den Nachwuchs tatsächlich nach Chuck Norris benennt.

Zunächst staunen die Elitekämpfer nicht schlecht, als sie von den untoten Horden attackiert werden. Als das Prinzip von Infizierung und Gegenwehr erkannt ist, darf die Mission bereits als erfolgreich abgeschlossen betrachtet werden. Eine zweite lässt hingegen nicht lange auf sich warten: Aus einem nahen CIA-Geheimlabor sollen Chemiker in Sicherheit gebracht werden, die der Ausbreitung des Virus Einhalt gebieten können. Dabei wird AJ von den Kameraden getrennt und muss sich mit Journalistin Amanda (Stephanie Honoré, „Mirrors 2“) und ihrem Kameramann auf eigene Faust zum vereinbarten Abholplatz durchschlagen. Da trifft sich ausgezeichnet, dass für eine Stadt im Ausnahmezustand überraschend wenig Zombies durch die Straßen streifen.

Um das Regiedebüt von Stuntman Stanton Barrett („Banshee“) visuell aufzupeppen, kommen Nachrichteneinblendungen und subjektive Einstellungen durch Zielsucher oder Körperkamera zum Einsatz. In der Hauptsache aber scheint Kameramann Don E. FauntLeRoy („Urban Justice“) darum bemüht, mit wackliger Handhabung des Arbeitsgerätes budgetäre Engpässe zu kaschieren und zugleich Dynamik zu erzeugen. Das gelingt kaum, denn das B-Niveau bleibt durch und durch erkennbar. Auch bei den am Computer entstandenen Effekten, die Handgranaten wie Molotow Cocktails explodieren lassen. Als Dreingabe gibt es dürftige Dialoge, halbwegs brauchbare Schauspieler und immerhin mit saftenden CGI-Headshots aufgepeppte Billig-Action. Bei aller offenkundigen Unzulänglichkeit hält „Navy Seals vs. Zombies“ aber solide bei der anspruchslosen Stange. Die Minimalanforderung ist damit erfüllt. Zumindest an Tagen, in denen das Primärziel Zeitverschwendung lautet.

Wertung: (4 / 10)

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