Against the Dark (USA/RO 2009)

againstthedark„We’re not here to decide who’s right or wrong. We’re here to decide who lives and dies.“ – Tao

Steven Seagal in einem Horrorfilm? So gruselig wie er sich bei den meisten seiner jüngsten Auftritte präsentierte eine eher konsequente Entwicklung. Abverlangt wird dem lustlos agierenden Genre-Touristen jedoch nichts. „Against the Dark“ wirkt wie Gnadenbrot für den beleibten Knochenzerstäuber, der sich wieder auf einen Gesichtsausdruck beschränkt und den Posten des prominenten Zugpferds stoisch ausfüllt. Hier und da darf er die Klinge schwingen oder wüst mit der Schrotflinte um sich ballern. Was er körperlich nicht mehr zu leisten imstande ist, fällt Tanoai Reed, Vetter und Stuntdouble von Dwayne ´The Rock´ Johnson, zu.

In typischen osteuropäischen Hinterhofkulissen wird die Endzeit ausgerufen: Eine Seuche hat den Großteil der Menschheit in blutgierige Kannibalen an der Schnittstelle von Vampir und Zombie verwandelt. Für die Überlebenden lautet das Gebot der Stunde „Banden bilden“. Die einen verstecken sich vor den nachtaktiven Mutanten, die anderen holen zum Gegenschlag aus. Wie Tao (Seagal) – der den Einsatz dramatischer Musik allein durch die bloße Nennung seines Namens forciert – und seine Gruppe kampferprobter Jäger. Dem verbliebenen Militär nehmen die postapokalyptischen Kreuzritter die Drecksarbeit ab und entzombifizieren die Reste der Zivilisation mit gebotener Gnadenlosigkeit.

Ein schummriges Krankenhaus bildet die Bühne für Taos Jäger und eine versprengte Schar (u.a. Jenna Harrison, „12 Days of Terror“), die im Keller des Komplexes Medikamente zu finden hofft. Zwischen dem endlosen Stiefeln durch vermüllte Korridore und blutbesudelte Billig-Sets sind reichlich Opfer zu beklagen. Vor allem auf Seiten der nach Gedärm lüsternen Menschenfresser. Bei aller konzeptionellen (und grundlegenden) Beschränktheit kommt erfreulicherweise keine Langeweile auf. Schließlich gilt es ständig Kehlen zu zerfetzen oder offene Körper durchzukneten.

Unterdessen hadert der altgediente Keith David, der neben Seagal schon in „Zum Töten freigegeben“ spielte, in einem militärischen Kommandoposten mit Linden Ashby („Resident Evil: Extinction“) und der Entscheidung eines vorzeitigen Bombardements. Dieser urtypische Wettlauf mit der Zeit bringt weder Tempo noch Spannung, dehnt den Film aber zumindest auf 90 Minuten Laufzeit. Das Regiedebüt von „American Pie“-Kameramann Richard Crudo gibt sich zwar actionlastig, bleibt jedoch völlig ideenlos und komplett behämmert. Abseitiges Filmvergnügen bildet der holprig montierte B-Trash mit reichlich Haue und heraushängenden Eingeweiden aber unbedingt. Wer’s zu schätzen weiß, möge bedenkenlos zugreifen.

Wertung: 3.5 out of 10 stars (3,5 / 10)

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