My Week with Marilyn (GB 2011)

my-week-with-marilynAls Marilyn Monroe wurde Norma Jeane Baker berühmt. Tragisch berühmt. Um den frühen Tod des 1962 verstorbenen Sexsymbols ranken sich noch heute Legenden und die Affäre mit Robert Kennedy ist auch durch das vernebelte Geburtstagsständchen für dessen Bruder, US-Präsident John F. Kennedy, legendär. Eine etwas andere Näherung an den zeitlosen Personenkult präsentiert Regisseur Simon Curtis („Five Days“) mit „My Week with Marilyn“. Basierend auf den Memoiren des britischen Filmemachers Colin Clark erzählt er von einer unmöglichen Romanze und blickt hinter die Glamourfassade des Hollywood-Starlets.

Das klingt zunächst wie spekulative Konfektionskost für die breite Masse. Doch auch wenn der Adrian Hodges’ („Primeval“) Skript zugrundeliegenden Quelle fragwürdige Authentizität unterstellt werden kann, der Film bietet erlesen besetztes und glänzend gespieltes Schauspielkino mit sehenswertem Zeitkolorit und einer der Monroe angemessenen Hauptdarstellerin. Die Einleitung gehört jedoch nicht der groß aufspielenden und zurecht Oscar-nominierten Michelle Williams („Blue Valentine“), sondern jenem Colin Clark. Den gibt Eddie Redmayne („Les Misérables“) als gewitzten Jüngling, den es nach dem Studium Mitte der fünfziger Jahre in die Welt der bewegten Bilder verschlägt.

Den Eltern ist die Karriere beim Film nicht geheuer. Der familiäre Kontakt zu Sir Lawrence Olivier (ebenfalls Oscar-nominiert: Kenneth Branagh, „Long Walk Home“) öffnet Colin nach geduldigem Warten auf seine Chance aber die Tür zum Traumjob. So setzen ihn Olivier und Gattin Vivien Leigh (Julia Ormond, „The Green“) als dritten Regieassistenten bei dessen neuestem Werk „Der Prinz und die Tänzerin“ ein. Und weil der weibliche Hauptpart an US-Star Marilyn Monroe geht, ist das Medieninteresse gewaltig. Doch entpuppt sich die gefeierte Superblondine als unsicher und fragil und neben dem ungeduldigen Olivier üben auch Gatte Arthur Miller (Dougray Scott, „Dark Water“) und Geschäftspartner Milton Greene (Dominic Cooper, „The Devil’s Double“) Druck auf sie aus.

Vertrauen fasst sie jedoch zum sensiblen Colin, der sich natürlich unweigerlich in die Monroe verliebt. Während Regisseur Olivier diesen Einfluss zum Vorteil des Drehplans nutzen will, zeigen sich andere Produktionsbeteiligte weniger erfreut. Daraus resultiert ein weitgehend ruhiges Drama, das mit Judi Dench („Tagebuch eines Skandals“), Toby Jones („Dame, König, As, Spion“) und „Harry Potter“-Heroine Emma Watson selbst in kleineren Rollen prominent bestückt ist. Im Hinblick auf den Mythos Marilyn Monroe wirft der Film einen Blick auf den Menschen hinter der perfekten Fassade. Das mag ein wenig spekulativ erscheinen, bleibt aufgrund der vielschichtigen Darbietung von Michelle Williams und der angenehm zurückhaltenden Inszenierung aber dennoch durchweg glaubhaft. Für Cineasten ein Muss!

Wertung: (8 / 10)

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