Dame, König, As, Spion (GB/F/D 2011)

damekoenigasspionRemakes sind nicht allein im Horror-Segment ein probates Mittel, um jüngeren Generationen klassische Filmstoffe zu vermitteln. Im Falle von „Dame, König, As, Spion“ handelt es sich zwar um eine Fernsehproduktion, doch war diese im Jahr 1979 in Großbritannien ein Straßenfeger. Als alternder Spion George Smiley enttarnte Alec Guinness darin einen Maulwurf im britischen Geheimdienst. Die Vorlage schrieb Erfolgsautor John le Carré, der bei der neuerlichen Adaptionen seines Romans neben Eric Fellner und Tim Bevan („Abbitte“) als Produzent fungierte. Als (etwas) verjüngter Smiley ist es nun an Gary Oldman („The Dark Knight“), inmitten des Kalten Krieges nach dem Verräter in den eigenen Reihen zu suchen.

Aus dem Dienst schied er mit dem Vorgesetzten Control (John Hurt, „An Englishman in New York“), nachdem dieser über das Verschwinden des Agenten Prideaux (Mark Strong, „Der Mann, der niemals lebte“) in Ungarn in Misskredit geriet. Dort wollte er den Verdacht einer möglichen undichten Stelle in den höchsten Kreisen des Geheimdienstes mit Beweisen unterfüttern. Als Nachfolger des bald verstorbenen Control wurde Percy Alleline (Toby Jones, „Frost/Nixon“) berufen, der mit seinen Getreuen Bill Haydon (Colin Firth, „The King’s Speech“), Roy Bland (Ciarán Hinds, „Eine offene Rechnung“) und Toby Esterhase (David Dencik, „Verblendung“) die Operation Witchcraft implementierte.

Diese soll unter Verschwiegenheit der eigenen Quellen exklusive Informationen über Bewegungen des russischen Militärs einbringen, für die selbst die Amerikaner bereit sind ihre Geheimakten zu öffnen. Da kommt der gesuchte Doppelagent ins Spiel. Auf Geheiß des Regierungsbeauftragten des Geheimdienstes wird Smiley aus dem Ruhestand geholt und beginnt mit dem jungen Agenten Peter Guillam (TV-„Sherlock“ Benedict Cumberbatch) zu ermitteln. Der Verräter muss sich unter Alleline und seinem Führungsstab befinden. Hinweise erhalten sie von Ricki Tarr (Tom Hardy, „Inception“), einem selbst als Überläufer verdächtigten Agenten, der dem wahren Maulwurf durch Zufall auf die Spur kam.

Die vertrackte Suche nach der Wahrheit erzählt „So finster die Nacht“-Regisseur Tomas Alfredson im Stile klassischen Schauspielkinos. Spannung ist bei diesem elegisch ausgebreiteten und mit Siebziger-Zeitkolorit stimmig untermalten Thriller-Puzzle eher subtiler Natur. Auf Action wird gar komplett verzichtet. Das sorgt zwar für Dialoglast und bisweilen auch eine gewisse Langatmigkeit, die glänzende Besetzung – neben Bridgette O’Connors und Peter Straughans adaptiertem Skript sowie Alberto Iglesias Filmmusik wurde auch Hauptdarsteller Oldman für den Oscar nominiert – macht „Dame, König, As, Spion“ aber vor allem für Cineasten zum Pflichtprogramm.

Wertung: (7,5 / 10)

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