Mutant Chronicles (GB/USA 2008)

mutant-chroniclesMit einiger Spannung erwartete die Fangemeinde des fantastischen Films „Mutant Chronicles“, den Edward R. Pressman („Conan – Der Barbar“) ohne Zutun eines großen Studios produzierte. Den Regiestuhl nahm der Brite Simon Hunter („Lighthouse“) in Beschlag, der einen erstaunlich populären Cast auf endzeitlichen Kriegsschauplätzen zur Schlachtbank führt. Die Hauptrollen bekleiden Thomas Jane („The Punisher“) und Ron Perlman („Hellboy“), denen, wie auch dem reizvollen Nebencast (u.a. John Malkovich, „Eragon“), aber kaum erwähnenswerte Darbietungen abverlangt werden.

Vom Himmel herab, aus den Tiefen des Alls kam am Ende der Eiszeit eine Maschine, die Menschen in baugleiche Mutanten verwandelte. Ein furchtloser Krieger einte die Stämme und besiegte den Feind, der die Welt mit seinen Horden zu überrennen drohte. Die teuflische Gerätschaft wurde unter der Erde eingeschlossen und in der Gegenwart des Jahres 2707, während des Krieges der vier herrschenden Konzerne um die verbliebenen Ressourcen, ungewollt reaktiviert. Notgedrungen müssen die menschlichen Feinde kooperieren, um die drohende Vernichtung abzuwenden.

Das Konzept geht auf das gleichnamige Pen & Paper-Rollenspiel zurück, dem später eine Vielfalt weiterer Spielkonzepte und eine Comicreihe folgte. Hunter taucht die reizvolle Dystopie in apokalyptische, weitgehend am Rechner entstandene Bilderwelten. An deren offenkundige Künstlichkeit muss man sich gewöhnen, bewegt sich das Niveau der CGI-Effekte doch auf einem kaum mehr als soliden Durchschnitt. Die eigenwillige Optik aber ist noch das Beste an diesem ideologisch recht dummen Film, der sein Potential in blutiger Action und Horror-Anleihen ersäuft.

Hunters Hang zum Retro-Futurismus erinnert in seiner historischen Adaptierfreude an „Sky Captain and the World of Tomorrow“. Hier sind es die Szenarien des Kampfes, angelehnt an die verlustreichen Stellungskriege des ersten Weltkriegs, die ihre Verwurzelung in der Realität finden. Gleichsam Uniformen, Waffen und Propagandaplakate. In dieser Epoche des Untergangs formiert sich ein Himmelfahrtskommando, dem neben Jane und Perlman auch Devon Aoki („Sin City“) und Benno Führmann („Speed Racer“) angehören.

Sie werden ausgesandt, die Maschine ein für allemal zu zerstören und damit den Lebensnerv des Feindes zu durchtrennen. In verlustreichen Scharmützeln wird die Gruppe aufgerieben, was bewährten Klischees und einer stumpfen Dramaturgie freien Lauf lässt, die durch das recht hölzerne Spiel der Darsteller zusätzliche Schwachpunkte offenbart. Als anspruchsloser Gewalt-Comic funktioniert das grimmige Möchtegern-Epos brauchbar, seinen Möglichkeiten hinkt der Film jedoch weit hinterher.

Wertung: (5 / 10)

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