Dreamcatcher (USA/CAN 2003)

dreamcatcherDie vier Freunde Jonesy (Damian Lewis), Henry (Thomas Jane), Beaver (Jason Lee) und Pete (Timothy Olyphant) teilen ein einschneidendes Kindheitserlebnis: Die vier retten einen ihnen unbekannten Jungen namens Duddits vor der Demütigung durch eine Gruppe anderer Jungen. Seitdem gehörte der etwas verstört und zurückgeblieben wirkende Außenseiter zum Freundeskreis und an genau jenem Tag erlangte jeder der Vier übernatürliche Fähigkeiten. Die, da waren sie sich sicher, gingen von Duddits aus.

20 Jahre später treffen sich Jonesy, Henry, Beaver und Pete wie jedes Jahr in den verschneiten Wäldern, um in einer einsamen Hütte an die vergangenen Geschehnisse zu erinnern. Doch inmitten dieser trüben Umgebung mehren sich plötzlich seltsame Ereignisse. Die im Normalfall scheuen Tiere wandern in Scharen seelenruhig an der Blockhütte vorbei und durch Zufall greifen sie inmitten eines Schneesturms einen verwirrten Menschen auf, der an seltsamen Blutergüssen und üblen Flatulenzen leidet. Dieser jedoch ist von einer außerirdischen Macht befallen, die in dieser Umgebung gestrandet ist und seit geraumer Zeit versucht, sich unter die Menschen zu mischen. Dabei geraten auch die Urlauber in tödliche Gefahr.

Filmadaptionen der Werke Stephen Kings sind weitgehend ein Graus. „Dreamcatcher“ bildet da keine große Ausnahme. Die Verfilmung des Romans „Duddits“ wirkt wie eine typische King-Verfilmung, mit allen Höhen und Tiefen. Nicht wenige Elemente wirken seltsam bekannt und nicht selten schaut „Stand By Me“ oder „Es“ vorbei. Die Begegnung mit Duddits wird in Rückblenden erzählt, deren Umfang sich aber in Grenzen hält. Da die Laufzeit weit unter der anderer King-Stoffe liegt, blieb für ausufernde Rückschauen schlicht keine Zeit.

Eine wohltuende Abwechslung ist das Setting. Die verschneiten Wälder des nördlichen Amerikas hat man noch nicht so oft im Film bestaunen dürfen. Mit einigen netten Einstellungen und Kamerafahrten ist zumindest rein optisch für eine gute Grundstimmung gesorgt. Diese wird durch einen langsamen Spannungsaufbau bis etwa zur Mitte des Films weiter gesteigert. Nur spärlich erfährt der Zuschauer Einzelheiten über das Geheimnis der vier Freunde. Auch die drohende Gefahr kommt eher zögerlich als gewaltig. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Geschichte vielversprechend. Leider wollen die Macher in der zweiten Hälfte zu viel und mischen alle möglichen Stilmittel zusammen.

Da wäre zum einen ein gewisser Spaßfaktor in Form des dauerfurzenden Fremden. Völlig überzeichnet kommt Morgen Freeman („Sieben“) daher, der in der Rolle des Colonel Curtis mit allen Mitteln versucht, eine Ausbreitung der Aliens zu verhindern. Freeman mimt entgegen seinem eigentlichen Image einen durchgeknallten und besessenen Sonderling in Uniform. Für einen nicht zu verachtenden Ekel-Faktor sorgen dann die Außerirdischen, besonders die kleinen Würmer, die diese Geschöpfe absondern und die den ein oder anderen Hintern genüsslich platzen lassen.

Für Action ist bereits durch die bleihaltigen Eingriffe von Colonel Curtis und seinen Leuten auf die Außerirdischen gesorgt. „Dreamcatcher“ ist ein Mix aus verschiedenen Stilen und Genres, der aufgrund des permanenten Wechsels aber ein wenig zu unausgegoren erscheint. Die Fortführung der gelungeneren ersten Hälfte hätte da wohl die bessere Wahl gewesen. Ganz ansehnlich agieren dafür die Darsteller, in deren Reihen sich auch Tom Sizemore („True Romance”) und Donnie Wahlberg („The Sixth Sense”) finden. Während Jason Lee („Almost Famous“) und Timothy Olyphant („Scream 2“) nicht allzu viel Screentime erhalten, liegt die Hauptverantwortung bei Thomas Jane („Deep Blue Sea“), der den im weiteren Verlauf assimilierten Damian Lewis („Band of Brothers“) retten muss.

Ein alles in allem mittelprächtiger Film, der aber solide unterhält und damit bereits mehr bietet als viele andere Stephen-King-Adaptionen. Allerdings muss man auch sagen, dass Regisseur Lawrence Kasdan („Grand Canyon“) zu viel Story des üppigen Buches in den Plot quetschen wollte und so die eine oder andere Ebene der Vorlage offenkundig zu kurz kommt.

Wertung: (5 / 10)

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