Mörderspinnen (USA 1977)

moerderspinnenZwei Jahre, nachdem „Der weiße Hai“ (1975) für volle Kinos und leere Strände gesorgt hatte, ging auch die Spezies der Arachniden wieder auf Menschenjagd. Mit einem bescheidenen Budget und „Star Trek“-Raumschiffkapitän William Shatner in der Hauptrolle inszenierte Regisseur John ´Bud´ Cardos („Invasion aus dem Weltall“) „Mörderspinnen“, einen haarsträubend unlogischen, immerhin aber spannend erzählten Öko-Thriller. Durch den übermäßigen Einsatz von DDT ihrer Nahrungsgrundlage beraubt, proben die naturgemäßen Einzelgänger im Kollektiv den Aufstand. Für die Bewohner von Verde Valley eine wahrlich kribbelige Erfahrung.

Was in den späten Siebzigern als ernst gemeinter Gruselfilm angedacht war, sorgt fast drei Jahrzehnte später für mehr Erheiterung als Gänsehaut. Die erste Hälfte folgt Shatner mit Biologin Tiffany Bolling („Der Rasiermesser-Killer“) der Ursache eines mysteriösen Rindersterbens, ehe die fidelen Krabbler als Missetäter ausgemacht werden. Natürlich stößt diese Erkenntnis bei der örtlichen Obrigkeit auf wenig Gegenliebe, ist Bürgermeister Roy Engel („The Last Movie“) doch mehr an der nahenden Landwirtschaftsschau interessiert als an der Sicherheit von Leib und Leben. Und so kommt es, wie es kommen muss.

Nachdem Farmer Woody Strode („Spiel mir das Lied vom Tod“) den Spinnen auf seinem Grund ordentlich eingeheizt hat, gehen diese auf ihrem Menüplan vom Vier- zum Zweibeiner über. Immer und überall tauchen die haarigen Plagegeister auf, versteckt hinter der Sonnenblende eines Autos oder unter dem Sitz eines Pestizid-Flugzeugs. Sicher ist man nirgends vor dem mörderischen Getier, bis in Verde Valley praktisch jeder spinnt, beziehungsweise eingesponnen wird. Bald finden sich die letzten Überlebenden in einem Haus zur Verschanzung ein, während die Übermacht von Außen allmählich näher rückt.

„Mörderspinnen“ ist ein unterhaltsamer, in seiner massiven Unglaubwürdigkeit aber reichlich naiver Horrorfilm. Menschen mit Arachnophobie dürfte der Streifen einen wohligen Schauer über den Rücken jagen, der Rest lehnt sich entspannt zurück und beäugt die reichlich blöden Handlungsweisen der Protagonisten. In Sachen Intelligenz sind die Spinnen ihren menschlichen Gegenübern weit überlegen – das groteske Schlussbild erscheint da nur als logische Konsequenz. Immerhin, Kameraführung und Filmmusik erweisen sich als atmosphärische Heilsbringer in einem Sog grassierender Stupidität. Wer darüber hinweg sieht, erlebt einen soliden Vertreter des Genres.

Wertung: (5 / 10)

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