Lizard Woman (T 2004)

lizard-womanThailands Filmindustrie boomt. Der aufstrebende Kinozwerg etabliert sich zusehends und benötigt dafür meist nicht mehr als Ellbogenfett und Kleinstbudgets. Bei Manop Udomdejs „Lizard Woman“ geht das Konzept des sympathischen Underdogs nicht auf. Zwar mag ein Gruselfilm ohne echte Handlung, insofern die Atmosphäre stimmt, einen gewissen Charme vorwiesen. Im vorliegenden Falle aber verhält es sich so, dass die fade Inszenierung weder brauchbare Spannungsmomente noch inhaltliche Ausgewogenheit begünstigt. Statt dessen werden Versatzstücke etwaiger US-Vorbilder – der Cabin-Terror eines „Evil Dead“ oder die okkulte Metamorphose eines „Exorzist“ – zu einem weitgehend substanzlosen Mosaik gepuzzelt, das im Bestreben narrativer Vielschichtigkeit zum Wegnicken einlädt.

Die Geschichte beginnt im Dschungel, wo ein Forschungsteam durch Unachtsamkeit die Geister tödlicher Reptilien freisetzt. Diese schicken sich unverzüglich an, die nach einer Autopanne gestrandeten Wissenschaftler in willenlose Kalknasen zu verwandeln. Als das gesamte Team assimiliert oder verschieden ist, geht der Spuk in der Stadt weiter. Die erfolgreiche Autorin Kwan (Rungrawee Barijindakul, „Ong-Bak“) wird nach dem Erwerb einer verfluchten hölzernen Schatulle von Visionen und Geckos gepeinigt. Ihr Geliebter (Pete Thongchua, „Province 77“) versucht, schlimmeres zu vermeiden.

Ereignislos, spannungsarm und durchzogen von Langeweile – wären da nicht die amüsanten Darstellerleistungen und die deutsche Synchronisation, „Lizard Woman“ böte schlichtweg keinerlei Unterhaltungswert. Allerorten kreuchen passabel bis miserabel animierte CGI-Geckos umher, straffen deren Opfer die Gesichtshaut oder tauchen gleich in deren Schlund ein. Das ist nicht ohne zweckfremden Humor, wohl aber ohne jeglichen Mehrwert. Daneben bringen die fachmännisch beseelten Scheintoten ihren Unmut zum Ausdruck, indem sie – welch treffliche Allegorie auf das fehlgeleitete Unterhaltungswerk in seiner Gesamtheit – kübelweise Innereien speien.

Die je nach geschmacklicher Veranlagung Hoffnung oder Besorgnis schürende Vermutung kapitalen Blutzolls zerstreut sich in akuter Inhaltsleere und obskuren Dialogen. Erst im Schlussdrittel baut der Film so etwas wie Spannung auf. Doch regiert gerade dort tricktechnische Mittelpracht, was die vermehrt gestreuten Schocks unverzüglich entschärft. Manop Udomdej („The Macabre Case of Pompiram“) produzierte, führte Regie, schrieb das Drehbuch und besorgte den Schnitt. Er hätte sich besser auf eine Tätigkeit beschränkt, ist seine kreative Energie auf diese Weise doch nicht nur unkanalisiert, sondern auch absolut verschwendet.

Wertung: (2 / 10)

 

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