Lights Out (USA 2016)

„I’m not being sent away again.“ – Gekommen, um zu bleiben: Diana

Im modernen Mystery-Horror müssen ruhelose Geister weiblich sein. Japanische Genre-Vorreiter wie „Ring“ oder „Ju-On“ haben es vorgemacht, in Hollywood wurde diese Gepflogenheit nur zu gern aufgegriffen. Dahingehend bildet auch „Lights Out“ keine Ausnahme, mit dem David F. Sandberg („Annabelle 2“) seinen eigenen Kurzfilm auf Kinolänge streckt. Das von James Wan („Conjuring“) produzierte Ergebnis ist gut besetzt und angenehm straff abgespult. Schlaflose Nächte müssen jedoch bestenfalls zartbesaitete Zuschauer fürchten.

Das Grauen trägt hier den Namen Diana, verfügt über eine gewohnt schaurige Vorgeschichte und manifestiert sich als schwarzer Schemen mit glühenden Augen und Krallenhänden. Zu erkennen ist die vor Helligkeit zurückschreckende Spukgestalt nur im Schatten. Das führt nicht allein am stimmigen Auftakt zur wirkungsvollen Heimsuchung von Randfiguren (u.a. Billy Burke, „Zoo“), die durch muntere Lichtschalterbetätigung erkennen müssen, dass in der Dunkelheit etwas Böses lauert. Eng verbunden ist es mit der depressiven Sophie (Maria Bello, „Demonic – Haus des Horrors“), deren Kinder ins Visier des ruhelosen Geistes geraten.

Rebecca (Teresa Palmer, „Triple 9“), Sophies erwachsene Tochter aus erster Ehe, versucht den jüngeren Stiefbruder Martin (Gabriel Bateman, „Annabelle“) vom Haus der Mutter fernzuhalten. Da die juristische Grundlage dafür fehlt, muss er jedoch ins elterliche Heim zurückkehren. Als Diana, deren gute Kinderstube ihr gebietet, an Türen und Knäufen zu rütteln, bevor sie einen Raum heimsucht, auch in Rebeccas Wohnung Angst verbreitet, versucht diese den aufgewühlten Martin mit Freund Bret (Alexander DiPersia, „Good Girls Revolt“) in Mutters Domizil zu beschützen. Die folgende Nacht bedeutet ungeachtet überlegter Vorbereitung (Fixierung von Lichtschaltern, Platzierung von Taschenlampen) dennoch eine ernste Gefahr für Leib und Leben.

Die Grundidee bürgt für eine routinierte Geisterbahnfahrt ohne dramaturgische Schnörkel. Der überschaubare Figurenzirkel ist rasch umrissen, die schlussendliche Konfrontation mit dem ruhelosen Geist wird ohne Umschweife angesteuert. Vorhersehbare Jump Scares und die austauschbare Standard-Plotte werden so brauchbar aufgewogen. Auch die Darstellerriege macht ihre Sache ausnahmslos ordentlich und verleiht den Charakteren gebotene Kontur. Die Nachwirkung des nicht zwingend originellen, dafür aber gut gemachten Schockers bleibt zwar überschaubar, für wohliges Unbehagen ist trotzdem gesorgt. Es muss ja nicht immer gleich die Revolution des Genrefilms verlangt werden.

Wertung: (6 / 10)

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