Lethal Punisher: Kill or Be Killed (USA 2014)

lethal-punisher„Life makes no sense whatsoever. And I was about to learn it the hard way.“ – Lernfähig: John

Dem Volksmund nach sind aller guten Dinge drei. Hätte besagter Volksmund aber das Back to Back gedrehte Film-Triple gekannt, das Giorgio Serafini für schmale Finanzmittel mit den B-Sternchen Dolph Lundgren und Vinnie Jones drehte, er hätte seiner Binsenweisheit sicher einen großen „Außer“-Zusatz beigefügt. Denn auch „Lethal Punisher“, der letzte Teil der unzusammenhängenden Trilogie ist billig produziertes Einerlei, bei dem optische Mätzchen (Unschärfen, Überbelichtung) über mangelnde Substanz hinwegtäuschen sollen. Das geht wiederum gehörig in die Hose. Unterhaltsamer als „Thrill to Kill“ und „Blood of Redemption“ ist der hohle Streifen trotzdem. Allerdings schöpft sich der abseitige Mehrwert einzig aus dem moralisch recht lockeren Umgang mit dem Thema Selbstjustiz.

In den ersten Minuten bauscht Serafini, der sich den Regiestuhl diesmal mit Autor James Coyne teilte, den Plot abermals mit immenser Figurenfülle (mit dabei ist auch wieder Gianni Capaldi) und mangelnder Nachvollziehbarkeit auf. Dass er sich anschließend keinen Deut mehr um eine schlüssige Erzählung schert, rückt dies Vorgehen nicht gerade in die Kategorie begrüßenswerter Entscheidungen. Der unpassende Metal-Soundtrack und die im Vorspann vorab präsentierten Szenenschnipsel reihen sich da dankbar ein. Denn so muss der Zuschauer Vinnie Jones gleich zweifach mit Cowboyhut ertragen. Aber der Cockney-Akzent und die bewährte Boxbudenvisage stimmen wie so häufig milde. Zumal der englische Ex-Fußballer lediglich eine überschaubare Nebenrolle bekleidet und sich mit Strom foltern lässt.

Der Hauptpart wurde UFC-Kämpfer Cung Le („Dragon Eyes“) auf den Leib geschneidert. Der verfügt zwar über die mimische Strahlkraft eines Käsebrötchens, versteht sich im Gegenzug aber trefflich aufs Fressepolieren. Eine andere Qualität als diese ist auch kaum gefragt, wenn sein John Nguyen Zuhälter Hollis (Lundgren) den Kampf ansagt. Eigentlich will John nur seine Ruhe. Von Kampfeinsatz und Taliban-Gefangenschaft gepeinigt, findet er nicht in die Gesellschaft zurück. Was hilft ist ein neuer Krieg. Den findet er, als er die junge Prostituierte Tanya (Briana Evigan, „Stash House“) schützen will und dafür ein paar von Hollis‘ Männern auseinandernimmt. Im Gegenzug wird Johns Schwester vergewaltigt und mit den Eltern bei lebendigem Leib verbrannt. Für die Identifizierung der krossen Verwandtschaft genügt John dennoch ein einziger Blick. Was folgt ist gnadenlose, vom ermittelnden Polizisten Mitchell (James C. Burns, „Lake Dead“) gut geheißene Rache.

Probleme mit der FSK ließen naturgemäß nicht lange auf sich warten. Am Ende musste der im Original deutlich sinniger „A Certain Justice“ betitelte B-Actioner für eine Freigabe um rund 10 Minuten gekürzt werden. Angesichts des zwar stattlichen, insgesamt aber kaum besorgniserregenden Gewaltgrades ist die krasse Zensurvorgabe kaum nachzuvollziehen. Sicher, die Legitimation des Rachefeldzugs durch Pädophilie oder Rassismus stößt sauer auf und auch die patriotische Lobpreisung gestaltet den sleazigen Vendetta-Klopper keinesfalls differenzierter. Aber 10 Minuten? Da hätte man besser Lungrens Erscheinung beschnitten, der mit Rotzbemse und blonder Matte fast noch alberner wirkt als in „Johnny Mnemonic“. Als brutaler Unmensch hängt er sich aber immerhin voll rein. Der Rest ist brutale Scheiße am Stock, haltlos übertrieben (man beachte den lachhaften Colonel Trautman-Moment im Krankenhaus!) und elend billig. Wer’s denn unbedingt schundig braucht…

Wertung: (3 / 10)

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