Lagwagon – Resolve (2005, Fat Wreck)

lagwagon-resolveAuf ihre alten Tage drehen LAGWAGON noch einmal richtig auf. Die Jungs um ihren kleinen Frontmann Joey Cape legten mit ihrem letzten Album „Blaze“ ein famoses Stück melodischen Punkrocks vor. Sogar noch einen Tick besser gestaltet sich „Resolve“, ihr mittlerweile achter Langspieler. Auch im gesetzteren Alter lässt es sich die Band nicht nehmen, aufs Gaspedal zu drücken, allerdings musikalisch wie textlich gereifter denn je. Bereits das Artwork zeigt, dass LAGWAGON nicht mehr die kleinen Jungs von nebenan sind und das mit seiner Bebilderung auch gut von den ATARIS hätte stammen können. Melancholie pur.

Melancholisch, traurig und ernst ist auch ein Großteil der Platte, zumindest textlich. Ihr alter Drummer und Mitbegründer Derrick verstarb zu Beginn des Jahres, sein Tod und alle damit verbundenen Gefühle sind zu jeder Sekunde von „Resolve“ zu spüren. Musikalisch jedoch sind LAGWAGON nicht in einen Strudel aus Depression und Trauer verfallen. Zwar wirken die Stücke einfach reifer, was hier jedoch mal wieder an Melodien aus den Ärmeln geschüttelt wird, stellt einiges von dem, was LAGWAGON in ihrer langen Karriere schon geleistet haben, für mich locker in den Schatten. „Virus“, „The Contortionist“ oder „Rager“ gehen sofort ins Ohr, fräsen sich förmlich in die Gehörgänge, zudem hat Joey Cape vielleicht nie besser geklungen als auf diesem Album.

Die Anzahl potenzieller Hits ist immens, Spielfreude wird noch immer groß geschrieben und an Abwechslung – was früher nicht immer so war – mangelt es „Resolve“ auch nicht. Wer Joey Cape im Übrigen noch einmal mit einer Akustik-Gitarre bewaffnet erleben möchte, sollte schleunigst den Hidden Track antesten. „Resolve“ stellt für mich den bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere dar, jedoch ohne ihre alten Hit-Alben vernachlässigen zu wollen. Es passt einfach und besser hätte man die Umstände, unter denen dieses Album entstanden ist, nicht verarbeiten können.

Wertung: (8 / 10)

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