Lagwagon – Duh (1992, Fat Wreck)

lagwagon-duhAller Anfang ist schwer. Das trifft auch auf LAGWAGON zu, die bis heute zur Speerspitze des Melo-Cores zählen. In ihren Gründertagen hießen die Mannen um Frontmann Joey Cape SECTION 8 und spielten eine (nicht zwingend ausgereifte) Mischung aus Punk, Hardcore, Rock und Metal. Sie nahmen zwei Demos auf, deren letzte Cape an Fat Wreck schickte. Der Rest ist ein Stück Punk-Rock-Geschichte, die mit dem Debütalbum „Duh“ 1992 ihren offiziellen Startpunkt fand.

Die Namensänderung erfolgte auf Drängen von Produzent Fat Mike, um die Verwechslungsgefahr mit anderen Bands identischen Namens vorzubeugen. Sein Vorschlag, LAGWAGON, tauchte in einem ihrer Songs auf – und weil die zahlreichen Alternativen auf weit weniger Gegenliebe stießen, war die Entscheidung bald besiegelt. „Duh“ zeugt von einer Zeit, in der LAGWAGON von der Professionalität späterer Tage noch ein gutes Stück entfernt rangierten. Der Großteil der 14 Stücke entstammt dem Demo-Fundus von SECTION 8 (zu finden auf der erweiterten Remastered-Version von 2011), was die Gitarren bisweilen noch spürbar in Richtung Metal streben lässt.

Doch auch wenn die Kalifornier ihren Stil erst allmählich definierten, bleibt ihr Erstling eine bemerkenswerte – und für ihre Zeit durchaus bedeutende – Platte. Und dass nicht allein, weil es sich hier um den ersten je auf Fat Wreck veröffentlichten Langspieler handelt. Im Gegensatz zu den späteren, merklich melancholisch geprägten Outputs (deren Sound mit dem Evergreen „Angry Days“ im Ansatz bereits vorweggenommen wird) regiert ungestüme Spielfreude mit Tempo, Breaks und Hits, deren Wirkung auch mehr als 20 Jahre nach ihrer Aufnahme nicht abreißt.

Das eröffnende „Tragic Vision“, „Bury the Hatchet“, „Noble End“, „Child Inside“, „Parents Guide to Living“ oder „Of Mind and Matter“ sind Band-Klassiker, die vom auch heute noch regelmäßig live gespielten „Mr. Coffee“ packend ergänzt werden. Neben diesem verdeutlichen „Beer Goggles“ oder der kurze Abstecher in den Score von „Mr. Gadget“ die ironische Seite des treibenden Punk-Rocks. Gelungen ist auch die seinerzeit obligatorische Coverversion, mit der hier „Bad Moon Rising“ von CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL ins Visier genommen wird. Kurzum: Für Genre-Befürworter absolutes Pflichtprogramm!

Wertung: (8 / 10)

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