Lagwagon – Hang (2014, Fat Wreck)

lagwagonhangGanze neun Jahre sind seit „Resolve“ ins Land gezogen, dem bis dato letzten Studioalbum des Fat Wreck-Urgesteins LAGWAGON. Mit diesem Album wurde vor allem der Selbstmord des ehemaligen Freundes und Drummers Derrick Plourde verarbeitet. Ist es nun Schicksal, das auch „Hang“ mit dem Tod zu tun hat? Wenngleich nicht in dem (inhaltlichen) Ausmaß wie sein Vorgänger, aber natürlich wurde der tragische und plötzliche Tod von Tony Sly thematisiert („One More Song“). Und ja, „Hang“ hat seine traurigen Momente. Doch vor allem ist es ein kraftvolles, teils wütendes Album geworden. Erwachsen sind die ehemaligen Dauergrinser schon lange geworden. Aber noch nie haben LAGWAGON so ambitioniert, so kraftvoll und doch so leichtfüßig geklungen.

Insofern wird „Hang“ in der Vita LAGWAGONS seinen besonderen Platz einnehmen. Zwischen Tragik und Trauer, Wut und Verzweiflung, sorgt die musikalische Komponente für eine Art Ausgleich. So traurig „One More Song“ und seine Hintergründe sind, umso melodischer, kraftvoller klingt das Ergebnis. Dagegen erinnert die Dramaturgie des mehr als sechs Minuten langen „Obsolete Absolute“ an den kleinen Bruder von NOFX „The Decline“.

Bei all den Emotionen und Gedanken hat „Hang“ aber vor allem richtig gute, melodische Songs zu bieten. Aufgenommen im berühmt berüchtigten Blasting Room mit Legende Bill Stevenson klingt auch die Produktion entsprechend kraftvoll und dynamisch. Mit „Poison In The Well“ oder „Reign“ haben LAGWAGON Songs an Bord, die definitiv an die ganz großen vergangenen Tage anknüpfen. Man darf insofern gern den Hut ziehen. Vor einer ganz großen Band des melodischen Punkrocks. Vor Pionieren ihres Genre. Aktuell aber vor allem für ein in dieser Form nicht zu erwartendes, wuchtiges Album, welches sicherlich noch einige Zeit nachhallen wird.

Wertung: (9 / 10)

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