Jurassic Park (USA 1993)

jurassicparkSteven Spielberg („E.T.“) machte seinem Ruf als visionäres Großkind wieder alle Ehre, als er 1993 die Saurier auferstehen ließ. „Jurassic Park“ offenbarte eindrucksvoll und in noch nie dagewesener Perfektion die Möglichkeiten des Computerzeitalters. Nach „Terminator 2“, dem bis dahin teuersten Film aller Zeiten, erlebte die Effekt-Branche einen Quantensprung nach dem anderen. Nicht länger waren es nur Hintergründe oder einzelne Bildkomponenten, die am Rechner entstanden, sondern liquide Killerroboter und – schier sensationell – ganze Herden seit Jahrmillionen ausgestorbener Spezies.

Die Romanvorlage stammt aus der Feder von Michael Crichton („Congo“), der den fantastischen Thriller über die Tücken der Gen-Technik selbst in ein Drehbuch umformulierte – und ihn deutlich geradliniger zum Mainstream-Event aufblies. Meisterregisseur Richard Attenborough („Gandhi“) spielt den großväterlichen Milliardär John Hammond, der auf einer entlegenen Insel vor Costa Rica Saurier-DNS aus in Harz konservierten Mücken extrahieren und daraus der Fortpflanzung unfähige Urzeit-Giganten klonen lässt. So einfach aber lässt sich die Natur nicht überlisten.

Konzipiert wurde das Eiland als Freizeitpark der Zukunft. Die ersten Gäste sind, neben Hammonds Enkeln Tim (Joseph Mazzello) und Lex (Ariana Richards), Chaostheoretiker Malcolm (Jeff Goldblum, „Die Fliege“) sowie die Paläontologen Sattler (Laura Dern, „Wild at Heart“) und Grant (Sam Neill, „The Dish“). Die verfallen erst in ungläubiges Staunen, bevor die nachfolgende Skepsis in Panik umschlägt. Denn als einer der technischen Mitarbeiter (Wayne Kramer, „Seinfeld“) entwendete Dino-DNS veräußern will, setzt er die elektrischen Sperrzäune außer Kraft. Einem T-Rex und mehreren Raptoren gelingt darauf der Ausbruch, was den Menschen zur bedrohten Spezies degradiert.

Das klassische Monsterkino zeigte bereits bei „King Kong und die weiße Frau“ (1933) die Konfrontation von Mensch und Saurier. Verändert hat sich seither lediglich die Tricktechnik, die hier zum munteren Bauklötzestaunen einlädt, mittlerweile aber auch schon längst wieder überholt wurde. Bei aller Auskostung des Horror-Anteils gerät Spielbergs von Dean Cundey („Apollo 13“) wirkungsvoll bebilderter, obendrein von John Williams’ („Star Wars“) Score veredelter Monster-Zirkus zum familientauglichen, ansehnlich besetzten (mit dabei ist auch Samuel L. Jackson, „Pulp Fiction“) Science-Fiction-Abenteuer. Das generiert actionreich und ironisch ausreichend Schauwerte, um auch in Jahren noch Eindruck erzielen zu können. Ein Meilenstein des modernen Kintopps – und ein unbestrittener Klassiker des Erlebniskinos.

Wertung: 8 out of 10 stars (8 / 10)

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