Hydra – The Lost Island (USA 2009)

hydra-the-lost-islandEs heißt, im Krieg und in der Liebe sei alles erlaubt. Dem hinzufügen müsste man aber noch die Filmproduktionen des US-Fernsehsenders SciFi Channel, in denen in schier ungesunder Regelmäßigkeit grottig animierte Monstrositäten gegen ähnlich unzulängliche Schauspieler zu Felde ziehen. In „Hydra“ bedeutet dies die Konfrontation zwischen Mensch und Sagengestalt, auf einer Insel, die urplötzlich auf den Satellitenschirmen erschien und Schätze aus Griechenlands mythologischer Antike verheißt. Das flugs anrückende Forscherteam hat aber nicht mit Existenz und Appetit des mehrköpfigen Reptils gerechnet.

Zwei Monate später geht der Frachter des ehemaligen Armeeoffiziers Sweet (Michael Shamus Wiles, „Dragon Wars“) vor dem Eiland vor Anker. Im Auftrag eines windigen Geschäftsmannes (und seiner vollbusigen blonden Gespielin) transportiert er vier Kriminelle, die gut betuchten Millionären als Freiwild eines pervertierten Jagdausflugs dienen. Genüge getan werden soll damit vor allem der Gerechtigkeit, haben die Geldsäcke doch alle geliebte Menschen an verkommene Subjekte verloren. Selbstjustiz soll den Schmerz lindern und die Taschen der Organisatoren füllen. Doch so leicht gibt sich Ex-Elitesoldat Nolan (George Stults, „7th Heaven“) nicht geschlagen.

Den brachte Sweet eigenmächtig an Bord, schließlich würde er den einstigen Untergebenen aufgrund vergangener Differenzen gern ermordet sehen. Nolan denkt aber nicht daran sich einfach abknallen zu lassen, organisiert mit den Schicksalsgenossen den Widerstand, bietet der Hydra die Stirn und rettet sogar noch die gestrandete Wissenschaftlerin Valerie (Polly Shannon, „Direct Action“). Dazu gibt’s tumbe Schergen namens Horst, jämmerliche Dialoge um Macht und Moral sowie immerhin hübsch blutiges CGI-Geschnetzeltes von grotesk minderwertiger Qualität.

Solide Arbeit leistet nur Komponist Gregory Tripi („Termination Point“), dessen überladener Score aber besser ins Metier des Agentenfilms gepasst hätte. Regisseur Andrew Prendergast („Parasite“) hingegen fällt nichts Zwingendes ein, so dass die preiswerte TV-Produktion haltlos in die qualitativen Niederungen des Trash driftet. Spannung war sicher nicht zu erwarten, trotz unfreiwilliger Komik bietet der miese Monster-Mumpitz aber einfach zu wenig Kurzweil. Dafür leistet, bei der Macht von Greyskull, am Ende das Schwert des Herakles treue Dienste gegen die Hydra – der ja eigentlich für jeden verlorenen Kopf zwei neue nachwachsen. Mit den Ergüssen des SciFi Channels verhält es sich da ähnlich. Für jeden überwundenen Mistfilm rauschen schon zwei neue über den Äther.

Wertung: (3 / 10)

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