Jolly Jumpers – Fantom Zone (2008, Tug Records/Indigo)

Früher war die „Twilight Zone“ Ausdruck des Sonderbaren, des Mysteriösen bar jeder Erklärungsfähigkeit. Die JOLLY JUMPERS machen daraus die „Fantom Zone“, ihr eigenes kleines Panoptikum entrückter Emotionen und instrumentaler Schwermut. Das ist die Marke der Finnen, spürbar beeinflusst von klassischem amerikanischen Rock an der Biegung vom Dasein als Singer/Songwriter. Außerhalb der Heimat machte der bereits 1980 gegründete Vierer bislang kaum von sich reden. Dieses, ihr bereits achtes Album, ist gerade mal das zweite in unseren Breiten veröffentlichte. Ob das nun den Status des Geheimtipps oder des quasi-nachbarschaftlichen Exoten mehrt, bleibt Ansichtssache.

Freunde dieser spröden, das Tempo nur allzu gern verschleppenden Klangskulpturen jedenfalls kommen voll auf ihre Kosten. Wieder einmal. Doch bedarf es mehr denn je einer besonderen Sensorik für das Extravagante, unter anderem ausgedrückt durch Einsprengsel zwischen psychedelisch und folkloristisch. Über der schroffen, wiederum an Indie und Blues angelehnten Melodieführung thront wie gehabt diese rauchige Stimme, der einsame Wanderer zwischen öden staubigen Welten. Ist das nun von eigenartiger Schönheit durchflutet oder schlicht als kopflastige Überanstrengung abzukanzeln? Die Wahrheit liegt irgendwo da draußen, in der „Fantom Zone“ der individuellen Geschmacksverirrung.

Wertung: (6 / 10)

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