Jolly Jumpers – Hometown Hi-Fi (2004, Hot Igloo Records)

In ihrer Heimat Finnland sind die JOLLY JUMPERS eine Institution, eine lebende Legende. Aber warum eigentlich? Denn gemessen an ihrem jüngsten Werk „Hometown Hi-Fi“ bleibt der überwältigende Erfolg des Trios aus Tyrnävä mehr als verwunderlich. Der Stil der JOLLY JUMPERS geht seit einem Vierteljahrhundert eigene Wege, schleppt sich bar jeder Konvention durch die staubige Talsohle des Indie-Rock. Die Gitarre übersteuert, bewusst kratzig, während die dumpfen Gesangsbahnen verhalten, fast apathisch aus den Boxen widerhallen. Zehn Songs für einsame Momente auf sandigem Grund, der Soundtrack eines vertrockneten Dornbuschs, der gedankenverloren durch die öde Prärie seines Weges kullert.

Wie eine illustre Mischung aus Leonard Cohen und Johnny Cash, Garagen-Rock und Country-Blues, welkt „Hometown Hi-Fi“ in melancholischer Monotonie dahin. Die JOLLY JUMPERS kitzeln die Aufmerksamkeit des Hörers wach, wenngleich die sperrige Platte unnahbar und nur schwer zugänglich bleibt. Wie soll man eine Bindung zu Klängen eingehen, die einem wie feiner Sand durch die Finger rinnen? Marginale Abwechslung bringt die Nummer „One Love“, die mit weiblichem Gesang aufwartet und auch den Rhythmus kurzzeitig aus seiner Lethargie reißt. Was folgt ist wiederum der Geschmack von Staubpartikeln auf der Zunge – und die untrügliche Impression, dass diese verkopfte Scheibe nicht mehr ist als auditive Tristesse.

Wertung: (4 / 10)

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