Interview mit December Peals (Juli 2002)

Gebt doch zur Einleitung eine kurze Beschreibung Eures Werdegangs.

Also, angefangen hat alles, als Andi (Bass/Gesang), Ali (Schlagzeug) und damals noch Robert (Gitarre) Ende ’99 ein kleines Bandprojekt starteten. Erst nur nebenbei und ohne den nötigen Ernst. Nach einem halben Jahr überlegten die sich, dass eine zweite Gitarre her muss und im Juni 2000 stieß ich dann noch dazu. Danach versuchten wir auch aus Ibbenbüren rauszukommen, was uns auch ganz gut gelang. Aber wie das so ist, gingen die musikalischen Differenzen dann doch ein wenig auseinander und Robert verließ die Band.

Da Ali eigentlich Gitarrist ist und kein Schlagzeuger und Andi sich noch mehr auf seinen Gesang konzentrieren wollte, stand fest: Wir brauchen einen neuen Schlagzeuger und einen neuen Bassisten. Und so sind Johan und Toby, übrigens auch schon länger mit uns befreundet, zu uns gestoßen. So war dat. Also jetzt: Andi (Gesang), Johan (Schlagzeug), Toby (Bass) und Ali und ich noch an den Gitarrren.

Es hat in der Vergangenheit einige Besetzungswechsel bei Euch gegeben. Hat dies nachhaltig euren musikalischen Stil verändert?

Auf jeden Fall. Ich denke in einer guten Band sollte man einen Besetzungswechsel nicht nur sehen, sondern auch hören. Jeder versucht natürlich seine eigenen Einflüsse mit in die Musik einzubringen und das hört man uns auch an. Vor allem mit dem neuen Line-Up klingen unsere Songs noch rockiger.

Eure Musik kann man denke ich am ehesten als Emo-Punk bezeichnen, was momentan ja ziemlich angesagt ist. Wie steht Ihr zu diesem ganzen „Hype” – oder seht ihr diesen gar nicht als solchen an?

Also um die Bezeichnung unserer Musik kümmern wir uns eigentlich nicht. Klar profitieren viele Bands aus der momentanen Popularität dieser Musikrichtung, aber ob man die jetzt alle unter einen Hut bringen kann, sei mal dahingestellt. Ich finde die ganze Entwicklung im Moment ganz angenehm. Es ist doch cool, wenn gute Bands auch mal aus den kleinen Clubs rauskommnen und nicht immer nur vor einem teilweise sehr eindimensionelen Szenepublikum spielen.

Wo liegen Eure musikalischen Wurzeln und was war für Euch der Knackpunkt selbst eine Band zu gründen?

Wir haben vorher alle, außer Andi, in anderen Bands unsere ersten Gehversuche gemacht. Ali hat in einer Emo-Pop-Band gespielt, Johan in einer Street-Punk-Band und Toby und ich haben zusammen bei einer Pop-Punk-Band um fremde Seelen geworben. Eigentlich kann man schon sagen, dass unser Haupteinfluss wohl aus dem Punkrock kommt. Der ausschlaggebende Punkt, eine Band zu gründen, war natürlich das ganze Gelaber um das Rock’n’Roll-Klischee.

Ihr kommt aus Ibbenbüren, genau wie die mittlerweile großen DONOTS oder FORCE OF CHANGE. Kanntet ihr die DONOTS schon früher und wie kommt es, dass so viele Bands aus Ibbenbüren stammen? Gibt es dort eine besondere Szene oder macht jeder eher sein eigenes Ding?

Die DONOTS kennen wir schon länger. Johans großer Bruder hat damals noch bei denen mitgespielt und da haben die dann auch bei Johan zu Haus geprobt. Außerdem haben die hier früher noch in der Scheune gespielt und da geht eigentlich jeder hin, der auf Punkrock oder Hardcore steht. So kommt es auch, dass sich eigentlich alle Ibbenbürener Bands untereinander kennen und um ein paar Ecken irgendwie jeder mit jedem was zu tun hat.

Jedes Jahr gibt es auch ein Festival, wo dann ein paar Ibenbürener Bands spielen und das ganze nennt sich „Ibbenbüren is United”. Die DONOTS versuchen ja immer kleineren Bands zu helfen und so haben FORCE OF CHANGE letztes Jahr auf der „Pocketrock-Tour” ein paar Mal im Vorprogramm gespielt. Und auch gab es hier letztens ein Festival, bei dem die DONOTS ihre neue Platte released haben und wo dann neben DONOTS, BEATSTEAKS, WATERDOWN und MUFF POTTER auch noch ein paar Ibbenbürener Bands gespielt haben. Da waren dann insgesamt über 2.000 Leute und das ist natürlich für viele kleinere Bands sehr geil.

Für die im Herbst geplante „Amplify the Good Times Tour” sind wahrscheinlich auch wieder ein paar Ibbenbürener Bands dabei. Warum es hier so viele Bands gibt, weiß ich auch nicht. Vielleicht, weil es hier sonst nur Mofafahren oder Hallenhalma als Alternative gibt. Vielleicht liegt es auch an Musik Produktiv. Keine Ahnung.

Was treibt ihr neben der Musik noch? Schule, Studium, Arbeit?

Andi macht gerade Zivildienst, Ali studiert BWL, Johan macht eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann, Toby gammelt schon über ein Jahr rum und hat auch schon kleine, schimmelige Ableger und ich mache mein Abitur nach.

Deine fünf Platten für die Ewigkeit?

Es gibt so viele gute Scheiben. Die auf fünf zu reduzieren, klappt bei mir nicht.

Zur Zeit rotieren bei mir:
MUFF POTTER – „Bordsteinkantengeschichten”
MIKE NESS – „Cheating at Solitaire”
RANCID – „Life Won’t Wait”
DONOTS – „Amplify the Good Times”
HOT WATER MUSIC – „No Division”
DOVER – „I Was Dead For Seven Weeks In the City Of Angels”
FACE TO FACE – „How to Ruin Everything”

In diesem Jahr wollt ihr eure erste Full-Length veröffentlichen. Gibt es schon konkrete Pläne und wisst ihr schon, wo die Platte veröffentlicht werden soll?

Eigentlich wollten wir schon diesen Herbst ins Studio, aber das wird sich auf den nächsten Winter verschieben, da wir noch mehr Shows spielen als wir eigentlich gedacht haben. Die Platte wird dann wahrscheinlich im Frühjahr veröffentlicht. Eventuell machen wir ein Vorab-Recording mit drei, vier Songs, mit denen wir uns dann auch mal umgucken werden.

Wie kam es dazu, dass ihr eure EP „First in Flight” bei Beniihana Records veröffentlichen konntet? Seid ihr mit der Zusammenarbeit und der Resonanz zufrieden gewesen?

„First In Flight” ist noch mit unserem alten Line-Up eingespielt worden und war eigentlich als Demo geplant, um besser an Gigs zu kommen. Das Demo haben dann irgendwie Marcel und Christian von WATERDOWN in die Hände bekommen und uns gefragt, ob sie das mal ein paar Leuten vorspielen dürften. Zwei Wochen später hat dann Björn von Beniihana Records angerufen und uns angeboten, das Teil rauszubringen.

Die Zusammenarbeit ist sehr geil und die Jungs von Beniihana haben saugute Vertriebsarbeit geleistet, so dass wir schon sehr bald die ersten Reviews der Platte fanden. Die Resonanz hat uns natürlich auch sofort umgehauen, weil eigentlich beim Mastern was schief gelaufen ist und die Qualität der Aufnahme sehr darunter gelitten hat, aber die Kritik doch erstaunlich gut war. Abgesehen davon hat Björn am Anfang auch ein paar Shows für uns an Land gezogen. An dieser Stelle auch noch mal vielen Dank an Mama und Papa Beniihana und die Jungs von WATERDOWN.

Was kann man in diesem Jahr noch aus dem Hause DECEMBER PEALS erwarten?

Für uns wird wahrscheinlich dieses Jahr das Highlight sein, dass wir ein paar Shows auf der „Amplify the Good Times” Tour der DONOTS supporten dürfen. Dann gibt’s halt noch ne kleine Tour im August und noch ein paar weitere Gigs, auf die wir uns tierisch freuen. Und wie gesagt geht’s dann Ende des Jahres ins Studio, um den nächsten Streich auszuhecken.

Wie kommt es, dass ihr im August bei der Tour von „Nicebandnights” mitmacht?

So genau weiß ich gar nicht mehr, wie das zustande kam. Ich glaube, dass wir eigentlich erst bei einer Show von „Nicebandnights” spielen sollten. Naja, jetzt sind’s halt fünf. Ja genau, so war das glaube ich.

Vielen Dank für das Interview.

Der Dank liegt bei uns. Besucht uns auf: www.decemberpeals.com.

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