House on Haunted Hill (USA 1999)

haunted-hill-remake„The house doesn’t care what’s fair, who lives or dies. Know why? Cause it’s a fucking house!“ – Pratchett

Im Haus auf dem Geisterhügel spukt es wieder! Der Besitzer ist geblieben – die von Comedian Chris Kattan („Monkeybone“) hibbelig gespielte Figur hört immer noch auf den Namen Watson Pratchett –, das Ambiente jedoch hat sich gewandelt. Bei William Castles „House on Haunted Hill“ (oder zu Deutsch eben „Das Haus auf dem Geisterhügel“) blieb schlussendlich offen, ob im feudalen Anwesen nun tatsächlich übernatürliche Kräfte ihr Unwesen trieben oder dem mit reichlich Sinn für morbiden Humor ausgestatteten Millionär Frederick Loren lediglich der Schalk im Nacken saß. Das von Castles Namensvetter William Malone („FearDotCom“) inszenierte Remake gibt darauf eine eindeutige Antwort.

Bei Malone steigt die Party in einer lange geschlossenen Psychiatrie, die unter dem Schreckensregime von Dr. Vannacutt („Re-Animator“ Jeffrey Combs) berüchtigten Ruf erlangte. Anno dazumal, als die Wochenschau die Tagesthemen vorwegnahm, unternahm er gewaltsame Experimente an den Insassen. Die danken es ihm gleich im Prolog mit einem blutigen Aufstand, den der Irrenarzt mit hermetischer Verriegelung und Feuertod beantwortet. Für Millionärsgattin Evelyn (herrlich ätzend: Famke Janssen, „Octalus“) der perfekte Platz zur Zelebration ihres Geburtstages. Grausige Überraschungen sind zwangsläufig vorprogrammiert.

Im Original markierte Vincent Price den exzentrischen Gastgeber, der, in comichafter Übertreibung von Oscar-Preisträger Geoffrey Rush („Shine“) verkörpert, Nachnamen und Schnurbart des Gruselstars aufträgt. Und so jagt jener Stephen H. Price, der durch Grenzen sprengende Jahrmarktattraktionen zu Reichtum gelangt ist, die Gästeliste der ihm widerwärtigen Gemahlin durch den Reißwolf. Doch auch er wird sein blaues Wunder erleben, als statt der von ihm auserkorenen Gäste fünf völlig Fremde – unter ihnen Peter Gallagher („Short Cuts“), Ali Larter („Final Destination“) und Taye Diggs („Equilibrium“) – in Leichenwagen zur Irrenanstalt chauffiert werden.

Eine Milliion Dollar winken jedem, der die Nacht im präparierten Gemäuer überlebt. Die von Price durch einen Assistenten befehligten Schauereffekte trüben den Blick aber nur kurzzeitig für die wahrhaftigen Schrecken, die im Labyrinth des Kellergeschosses auf die plötzlich Eingeschlossenen warten. Während Schauspieler und Optik überzeugen, lässt Malone den amüsant morbiden Vorlauf in ein effektlastiges Schlussdrittel münden, bei dem sich die böse Macht als CGI-Knäuel (aus sich überlagernden nackten Frauen!) manifestiert. Bei aller Überspitzung sind es der Klischees letztlich aber zu viele. Überrascht werden nur die Protagonisten. Für den Zuschauer bleibt immerhin ein kurzweiliger Trip in den Wahnsinn.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

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