Horny Lulu – Free Candy (2014, DIY)

horny-lulu-free-candySo beständig der Ska totgesagt wird, so oft erbringen (junge) Bands den Beweis, dass das Bläser-motivierte Tanzbeinschwingen längst nicht als Auslaufmodell abgestempelt werden darf. Zu den Vorkämpfern dieser Besinnung auf die sonnigen Momente des Lebens dürfen auch HORNY LULU aus dem baden-württembergischen Sigmaringen gezählt werden. Na gut, der Bandname mag auf den ersten Blick nicht gerade zur Pulssteigerung des Genres beitragen, aber wer seine Sympathien allein an solchen Marginalien festmacht, sollte sein Toleranzmaß besser auf den Prüfstand stellen. Dabei helfen könnte „Free Candy“, die zweite Langrille des 2009 gegründeten Septetts.

Darauf geboten werden neun muntere Tunes, die souverän Ska, Punk und Rock vermengen. Neu ist das sicher nicht, dafür aber einnehmend genug vorgetragen, um die Glieder auch diesmal zu erhöhtem Bewegungsdrang zu verleiten. Mit leicht rauer Note und einem Schuss Melancholie bleibt die Nähe zur DIY-Kruste gewahrt. Das recht klar abgesteckte Nebeneinander von Punk-Kante, rockigen Gitarrenausflügen und Bläsereinsatz erinnert bisweilen an die unerschütterlichen STREETLIGHT MANIFESTO. Wie die US-Ostküstler zielen auch HORNY LULU nicht auf das unbedingte Hitpotenzial (wenn Nummern wie das balladeske „Rick D“ oder „Small Fish“ auch im Ohr verweilen), sondern formulieren ihre Stücke vielseitig und insgesamt gefällig aus. Mehr als ein flüchtiger Reanimationsversuch ist das allemal.

Wertung: (6,5 / 10)

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