Brigades – Crocodile Tears (2014, Pure Noise Records)

brigades-crocodile-tearsAuch wenn vom Emo-Boom der frühen Nullerjahre nicht viel übriggeblieben ist, sein musikalisches Vermächtnis bleibt trotzdem noch heute spürbar. Das belegen auch BRIGADES aus South Carolina, deren EP „Crocodile Tears“ bereits im Titel den gefühlsbetonten Charakter ihrer Musik hervorhebt. Über sechs dynamische Tracks nimmt das Quintett an der Schnittstelle von Indie-Rock und Post-Hardcore für sich ein. In Sachen Tempo und Melodie gibt man sich wandlungsfähig und auch stimmlich wird (weit) mehr Bodenhaftung denn weichgespülter Ergriffenheit aufgefahren.

Das genügt für die gefällige, wenn auch leicht gedehnt wirkende Ausbreitung der Einzelstücke, wobei sich verspielt rockige und vorwärtsgetriebene punkige Passagen die Klinke in die Hand geben (siehe den Titeltrack oder „Traditions“). Erinnerungen an SAOSIN oder die frühen TAKING BACK SUNDAY werden wach, wenn die auch eine größere Hitdichte vorweisen konnten. Aber seien wir fair, BRIGADES verstehen ihr Handwerk und offerieren gefällige Rock-Nummern mit sporadischem Schreigesang und ordentlichem Melodiereichtum. Ein bisschen überholt klingt das sicher, aber solange es noch Bedarf gibt…

Wertung: (6 / 10)

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