Collapse Under the Empire – Sacrifice & Isolation (2014, Finaltune/Broken Silence)

collapse-under-the-empire-sacrifice-isolationEs ist schon eine Kunst, Geschichten ganz ohne Worte zu erzählen. Bei COLLAPSE UNDER THE EMPIRE wird die narrative Position allein durch instrumentale Klänge besetzt. Dass dies reibungsfrei funktioniert, beweist das Hamburger Duo seit mittlerweile sechs Jahren mit eigenwilligen Soundcollagen. „Sacrifice & Isolation“, das bereits fünfte Album, bildet den vorläufigen Gipfel einer Entwicklung, die Experimente mehr zur Regel denn abrundenden Begleiterscheinung erhebt.

Dabei bildet die ambitionierte Scheibe den Abschluss des mit „Shoulders & Giants“ 2011 begonnenen Konzeptwerks über Entwurzelung und Tod. So ganz ohne Texte ist der Interpretationsspielraum natürlich enorm. Aber ob man die Intention der Urheber nun verinnerlicht oder nicht, Eindruck macht die Platte auch losgelöst von den in ihr transportierten Themen und Thesen. Der grundlegende Tenor ist düster, was angesichts der gerade in der ersten Hälfte vermehrt eingesetzten Elektronika-Elemente nicht sofort auffällt.

Aber COLLAPSE UNDER THE EMPIRE vermitteln ein dramaturgisch geschlossenes Konstrukt, das nach elegischem Beginn über Synthie-Schwermut und wuchtig voluminösen Post-Rock in abgründige Tiefen vorstößt. Wenn man denn Stücke hervorheben möchte, eignen sich die auch außerhalb des Gesamtkontextes locker bestehenden „Massif“ und „A Broken Silence“. Doch ist „Sacrifice & Isolation“ ein in vollem Umfang beeindruckendes und atmosphärisch mustergültiges Instrumental-Monument, das weder die Hervorhebung einzelner Elemente noch die Anlehnung an artverwandte Combos benötigt.

Wertung: (8 / 10)

scroll to top