Here I Vanish – Blurry Eyes (2017, Radio Moon Records)

Die Verkommenheit der Welt lässt sich auch im sonst so sicheren Westen nicht länger verleugnen. Während rechte Polemiker aus der Mitte der Gesellschaft(en) heraus auf dem Vormarsch sind, zeigen die Flüchtlingswellen aus diversen Krisen- und Kriegsgebieten schonungslos auf, dass uns das, was da an diesem oder jenem vermeintlichen Ende des Erdenrunds passiert, sehr wohl etwas angeht. Als Soundtrack dieser von Terrorangst und politischer Zerrissenheit geprägten Zeit bietet sich „Blurry Eyes“ an, der dritte Langspieler von HERE I VANISH.

Das Sextett aus dem Harz fährt eine brachiale, stimmlich kompromisslos unterfütterte Mischung aus technisch versiertem Metal-Hardcore und Melodic Death auf – und scheut sich textlich keineswegs, die gegenwärtigen Problemhorizonte der Menschheit zu thematisieren. Das funktioniert grundlegend überzeugend, weil neben dem gnadenlosen Vorschub auch die Melodien sitzen. Die Sache hat allerdings einen Haken: Im Verlauf der 11 Tracks schleicht sich gerade bei den längeren Beiträgen eine gewisse Wiederholungstendenz ein. Die kürzeren, angenehm schnörkellosen Brecher der Marke „Schattenzeit“ oder „Warzone“ machen es dem Hörer da schon deutlich einfacher. Unter dem Strich überwiegen jedoch die positiven Aspekte, so dass der Daumen bei HERE I VANISH doch vornehmlich nach oben zeigt.

Wertung: (6 / 10)

scroll to top