Hellraiser: Deader (USA/RO 2005)

hellraiser-deader„Dreams are fleeting, nightmares last forever!” – Pinhead

In der Regel sinkt die Qualität serial ausgeschlachteter Filmstoffe proportional zur Anzahl ihrer Fortsetzungen. Das gerade „Hellraiser: Deader“ mit dieser vagen Gesetzmäßigkeit bricht, scheint den qualitativen Exemplarismus von Horror-Sequels zu wiederlegen. Doch macht eine immerhin solide Ausbeute noch keinen guten Film, so dass sich der zeitweilige Aufwind letzten Endes nur als laues Lüftchen entpuppt. So geht die „Hellraiser“-Saga in die siebte Runde – K.O. ging sie spätestens in der vierten – und punktet zumindest gegenüber den unmittelbaren Vorgängern in Sachen Besetzung und Blutverlust.

Für ihre investigativen Zeitungsberichte steigt Journalistin Amy Klein (Kari Wuhrer, „Arac Attack“) hinab in die Niederungen der menschlichen Seele. Ihr jüngster Auftrag führt sie nach Bukarest, wo die Reporterin das Geheimnis eines rätselhaften Totenkults entschlüsseln soll. Deren Anführer (Paul Rhys, „Chaplin“) erweckt auf magische Weise Tote zu neuem Leben. Seine übermenschlichen Kräfte schöpft er aus einem würfelförmigen Artefakt, dass Amy zufällig in ihren Besitz bringt. Doch stößt dieses nicht nur das Tor zur Hölle auf, sondern ruft auch deren Scharfrichter Pinhead (Doug Bradley) auf den Plan. Und dem ist Winters Machtstreben alles andere als willkommen.

„Hellraiser: Deader“ versucht die Reihe partiell auf Kurs von Clive Barkers Original zu wenden. Regisseur Rick Bota, der auch den direkten Vorgänger („Hellraiser: Hellseeker“) und Nachfolger („Hellraiser: Hellworld“) inszenierte, bemüht sich spürbar um verstörende Bilder und kann zumindest zeitweise eine bedrohliche Atmosphäre schaffen. Behilflich ist ihm dabei das Lokalkolorit der Rumänischen Hauptstadt. Dort weht nicht nur eine morbide Aura durch das Stadtbild, sondern auch der Hauch kostengünstiger Produktionsbedingungen. Dem offenkundigen Sparzwang zum Trotz kann sich das Ergebnis sehen lassen – selbst wenn Originalität und Inspiration anders aussehen.

Die Handlung wird getragen von der sehenswerten Kari Wuhrer, die dem Film mehr Kontur verleiht, als es das Skript von Tim Day („Hellraiser: Hellseeker“) und Neal Marshall Stevens („13 Geister“) vorgegeben hätten. Der Mythos um Höllenfürst Pinhead und seine dämonischen Zenobiten wird abseits der ursprünglichen Ausrichtung auch weiterhin nach Belieben gemolken. Produziert vom Oscar-gekrönten Effektspezialisten Stan Winston („Aliens“, „Predator“), ist „Hellraiser: Deader“ ein im Grunde unnötiger, doch nicht unspannender und konsequent blutiger Aufguss eines Genre-Klassikers. Das Fleisch ist geduldig, die Ketten geschärft. Wer seine Erwartungen nicht zu hoch steckt, wird solide bedient.

Wertung: (5 / 10)

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