Hellbound (USA 1994)

hellboundDer unerschöpfliche Fundus schlichter Chuck Norris-Mythen hält auch folgenden Scherz bereit: Die Menschen malen den Teufel an die Wand, der Teufel malt Chuck Norris an die Wand. Ähnlich unlustig ist auch der gespielte Witz zum Thema, den Chuckys Bruder Aaron (gemeinsam drehten sie u.a. auch „Hitman“) anno 1994 in Form von „Hellbound“ auf die Menschheit losließ. Denn in dem, wir ahnen es, muss sich der schlagkräftige B-Haudegen mit satanischen Mächten, genauer einem Vorkämpfer des Leibhaftigen messen. Klingt doof? Ist es auch. Schwerer jedoch wiegt der Mangel an Rabatz.

Prosatanos (Christopher Neame, „Steel Dawn“), ein Abgesandter des Teufels, wurde 1186 von Kreuzrittern besiegt und in einen Sarkophag gesperrt. Diesem einleitenden, durchaus aufwendigen Mittelalterkostümfest folgt der Sprung ins Jahr 1951, wo Grabräuber den Dämon befreien. Darauf schweift der Blick in die Gegenwart und zum ersten Auftritt von Kampfbart Norris. Lange dauert es selbstredend nicht, bis sein knallharter Cop Frank Shatter den Weg der Höllenkreatur kreuzt. Die will neun Teile eines antiken Zepters finden und die Apokalypse heraufbeschwören. Dass es ihm eine Herzensangelegenheit ist, veranschaulicht Prosatanos, als er einem Rabbiner dessen Hohlorgan aus der Brust reißt.

Nach der ersten Konfrontation stellen Shatter und Partner Jackson (mit Eddie Murphy Gedächtnis-Kodderschnauze und der Synchronstimme von „Drei ???“-Star Oliver Rohrbeck: Calvin Levels, „Die Nacht der Abenteuer“) dem mysteriösen Unhold nach. Aufschluss gibt ein Trip nach Israel, wo die örtlichen Kollegen Fragen zum Ableben des Rabbis haben und sich auch die amerikanische Historikerin Leslie Hawkins (spielte neben Norris auch in der TV-Serie „Walker, Texas Ranger“: Sheree J. Wilson) findet. Und weil der von ihr unterstützte Professor Lockley eigentlich Prosatanos ist, steht einem bereinigenden Showdown nur das luftige Nichts an Handlung im Wege.

Wer da am Ende die Oberhand gewinnt, lässt sich leicht erahnen. Denn während Norris wieder mit reichlich Dampf in der Kelle gesegnet ist, darf sich der höllische Gegenspieler mit fliehender Stirn und der satanischen Gabe des Overacting hervortun. „Hellbound“, einer der letzten Streifen der Cannon Filmschmiede vor dem Bankrott, ist auf lässige Kurzweil getrimmt. Nur will der Humor höchstens auf unfreiwilliger Basis funktionieren und auch die Action macht sich rar. Vereinzelt verteilt Norris Mische und empfiehlt sich sonst eher als Bändiger diebischer Straßenkids. Für mehr reichte bei Cannon kurz vor Torschluss der Zaster nicht. Der trashige Charme macht die Chose erträglich. Für einen B-Actioner mit Horror-Einschlag ist hier aber eindeutig zu wenig los.

Wertung: (4 / 10)

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