Hero (USA 1988)

hero-norrisDie wandelnde Gesichtsmatratze Chuck Norris ist ein Held! Nicht weniger als das will uns der Titel des angestaubten Cannon-Vehikels „Hero“ weismachen, mit dem das bewährte Produzentenduo Menahem Golan und Yoram Globus in den späten Achtzigern auf die große Leinwand schielte. Mit ihnen feierte Norris einige seiner größten Erfolge, darunter „Delta Force“ und „Missing in Action“. An deren patriotisch-idiotische Kurzweil kann der im Original noch drei Ecken platter „Hero and the Terror“ betitelte Streifen jedoch nicht anknüpfen. Denn dafür ist die Hatz auf einen Serienkiller schlicht zu behäbig geraten. Ein bisschen Relativierung ist trotzdem angebracht.

Denn der solide Auftakt zeigt Norris’ Polizisten Danny O’Brien beim Eindringen in des Killers Strandbutze. Dort liegen haufenweise getötete Frauen herum und der hünenhafte Simon Moon (Jack O’Halloran, „Superman“), genannt Terror, ist natürlich auch nicht weit. So gibt‘s für den Verfolger ordentlich Mische – nehmt das, Chuck Norris Facts! – und dingfest gemacht werden kann Moon nur, weil er sich beim Treppensturz selbst ausknockt. Ein Jahr später hadert O’Brien mit einem handfesten Trauma und dem Spitznamen Hero. Was wohl als nächstes geschieht? Genau, Moon bricht aus der Psychiatrie aus und manövriert einen Transporter über die Klippen ins Meer.

Selbstverständlich wird er für tot erklärt, was gemessen am Autocrash nur zu verständlich scheint. In einem frisch renovierten Theater hält er sich fortan versteckt und stellt neuerlich Frauen nach. Der geplagte O’Brien, der mit Psychiaterin Kay (Brynn Thayer, „Matlock“) ein Kind erwartet, wähnt Moon in der Nähe. Nur beweisen kann er nichts. Und da der Strolch unauffindbar bleibt, dauert es eine halbe Ewigkeit, bis William Tannens (drehte mit Norris auch „The Cutter“) Film aus dem Knick und der ungewöhnlich wortreiche Norris in Bewegung kommt. Der Agitationsspielraum von Darstellern und Geschichte – übrigens einem Roman von Michael Blodgett („Rent-a-Cop“) entnommen – ist dabei denkbar eng gesteckt.

Der konventionelle Thriller-Plot ist simpel und hat abseits moderater Spannungsmomente kaum nennenswertes zu bieten. Die wenigen Actioneinlagen wirken unspektakulär, der Streifen insgesamt um Distanz zum körperbetonten Metier seines Hauptdarstellers bemüht. Geradewegs verschenkt wirken die Nebendarsteller Steve James („American Fighter“) und Billy Drago („Delta Force 2“) als Polizeikollege bzw. Moons Klapsenverwahrer. Allein richten kann es der ungewohnt menschelnde Norris nicht. Zwar wirkt sein Körper gestählter denn je, nur einsetzen darf er ihn kaum. Im Krankenhaus wird er vor der Geburt ohnmächtig. Will man das sehen? Nicht wirklich, weshalb die finale Konfrontation des Killers ebenso wenig interessiert, wie der schale Film insgesamt.

Wertung: (4 / 10)

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