H2O – Don’t Forget Your Roots (2011, Bridge Nine Records)

h20rootsWenn etablierte Bands über Cover-Alben individuelle Einblicke in den Fundus inspirierender Vorbilder gewähren, ist der Verdacht des bloßen Lückenfüllers meist nicht weit. Oft werden solche Veröffentlichungen dafür genutzt bestehendes Vertragswerk zu erfüllen, damit die nächste reguläre Platte bei einem anderen Label veröffentlicht werden kann. Ob H2O der Klassikerschmiede Bridge Nine in Bälde den Rücken kehren ist nicht bekannt. Streiten lässt sich über Sinn und Zweck ihres tributierenden Outputs „Don’t Forget Your Roots“ trotzdem. Zumindest so lange, bis das unverwechselbare Organ Toby Morses das einleitende „Attitude“ aus dem Fundus der BAD BRAINS anstimmt.

Zur besseren Einordnung dessen, was den geneigten Freund der New Yorker und ihren meist offensichtlichen Idolen erwartet, soll zunächst einmal die Tracklist vorgestellt werden:

1. „Atttiude“ (BAD BRAINS)
2. „Satyagraha“ (7 SECONDS)
3. „Pride“ (MADBALL)
4. „Get The Time“ (DESCENDENTS)
5. „Said Gun“ (EMBRACE)
6. „I Wanna Live“ (RAMONES)
7. „Cats and Dogs“ (GORILLA BISCUITS)
8. „Someday I Suppose“ (MIGHTY MIGHTY BOSSTONES)
9. „Journey to the End“ (RANCID)
10. „Safe“ (DAG NASTY)
11. „Sick Boy“ (SOCIAL DISTORTION)
12. „Friends Like You“ (SICK OF IT ALL)
13. „Train in Vain“ (THE CLASH)
14. „Scarred“ (VERBAL ASSAULT)
15. „Don’t Forget the Struggle, Don’t Forget the Streets“ (WARZONE)

Das liest sich halbwegs überraschungsfrei und macht doch unverzüglich Lust auf die Klassiker-Interpretationen der sympathischen Posi-Core-Institution. Dass die sich dabei nicht sonderlich weit aus dem Fenster lehnt und die bekannten Hits weitgehend originalgetreu nachspielt, wirkt bisweilen ein wenig mutlos. Aber warum sollten sich H2O für die Neuverwertungen auch von ihrem eigenen Stil und dem hochmelodischen Hardcore abwenden? Als Fingerübung und Wartezeitverkürzung aufs nächste offizielle Album ist „Don’t Forget Your Roots“ jedenfalls souverän gelungen. Ob die (Hardcore-)Welt auf diese kurzweilige Cover-Kompilation und Punk-/Hardcore-Zeitreise aber zwingend gewartet hat, bleibt dennoch zu bezweifeln.

Wertung: (7 / 10)

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