H2O – Nothing to Prove (2008, Bridge Nine Records)

h2onothingtoproveNein, zu beweisen brauchen H2O niemandem mehr etwas. Beinahe prophetisch wirkt da der Titel ihres neuesten Werkes „Nothing to Prove“, das erste nach rund sieben Jahren Abstinenz. Und weil die Kalifornier/New Yorker bis zu ihrer selbst auferlegten Pause nichts schuldig geblieben sind, können sie auch ohne jeden Zwang dort anknüpfen, wo sie mit „Go“ aufgehört haben. Geradezu erstaunlich ist dabei die Kurzweil ihrer fünften Platte, allen voran aber die qualitative Makellosigkeit. Denn packender und hymnischer fegte der melodische Hardcore lange nicht aus den Boxen.

Zur vokalen Unterstützung haben sich Toby Morse und seine Mannen befreundete Szenegrößen – u.a. Roger Miret (AGNOSTIC FRONT), Lou Koller (SICK OF IT ALL), Civ (GORILLA BISCUITS), Kevin Seconds (7 SECONDS) und Matt Skiba (ALKALINE TRIO) – ins Studio geholt. Gemeinsam wird auf die Entwicklung des Hardcore geäugt, passieren zwei Dekaden Straight Edge Revue und wird die Besonderheit eines Lebensstils umschrieben, der aufgrund üppiger Körperbemalung auch schon mal das Misstrauen der Mitmenschen wecken kann.

Musikalisch ist das Posi-Core der Extraklasse. Meist mehr dem Punk als dem (klassischen) Hardcore zugewandt, überschlagen sich mitreißende Refrains, die dank simpler Textung unverzüglich ins Ohr gehen. Und dort bleiben sie. „Still Here“, „Heart On My Sleeve“ oder das abschließende „What Happened?“ sind in Stein gemeißelte Smash-Hits, die alte und neue Fans gleichermaßen begeistern sollten. Dabei ist „Nothing to Prove“ kein Comeback, schließlich waren H2O nie wirklich weg, sondern die konsequente Weiterentwicklung einer der besten Bands ihres Standes. Sie hat eben nur auf sich warten lassen.

Wertung: (8 / 10)

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