H2O – Use Your Voice (2015, Bridge Nine Records)

h20-use-your-voiceH2O und die Westküsten-Kollegen IGNITE sind wie Erbsen in einer Schote. Sie sind ständig auf den Bühnen dieser Welt unterwegs, dabei jedoch fast nie unter der Prämisse, ein neues Album vorstellen zu wollen. In Sachen Output-Dichte zählen beide Bands ohnehin nicht zu den umtriebigsten Vertretern ihrer Zunft. Während die Vorstellung eines neuen (regulären) Langspielers bei IGNITE mit Erscheinen von „A War Against You“ im kommenden Jahr aber nun schon fast eine Dekade zurückliegt, benötigten H2O „nur“ sieben Jahre, um mit „Use Your Voice“ den Nachfolger zum gefeierten „Nothing to Prove“ auf Konserve zu bannen. Ein wenig ironisch mag es dabei zwar anmuten, dass der Spaß nach knapp 22 Minuten schon wieder ein Ende findet, aber so ist der Hardcore nun mal.

Mit klassischer New York-Kante war der Vierer um Stimmgewalt Toby Morse allerdings nie so recht in Einklang zu bringen. Die Grenzen zwischen Hardcore und Punk sind fließend, ihre Songs stets von einer unerschütterlichen positiven Attitüde durchzogen. Daran ändert sich auch im weltpolitisch besorgniserregenden Jahr 2015 nichts. Mit Textzeilen wie „I’ll always find the best in people, everyone is my equal“ („Thick and Thin“) oder „I’ll use my voice when people look the other way, got to inspire the youth of today“ („Use Your Voice“) wird der Fokus einmal mehr klar auf den liebgewonnenen Vorbildcharakter gelegt. Obendrein werden – neben Individualität und familiärem Zusammenhalt – die kleinen Dinge gefeiert: das Rollbrettfahren in „Skate!“ (inklusive Gitarrenunterstützung von Steve Caballero) oder Musik als „Guilty Pleasure“, egal ob mit Substanz oder ohne, in „Popage“.

Die Wechselfreude bei Tempo und Härte ist einmal mehr das Salz in der Suppe. H2O geben sich gewohnt spielfreudig, bringen an den richtigen Stellen Gangshouts zum Einsatz und sorgen mit melodischer Vielseitigkeit schlicht für eine starke Zeit. Die Stimme von Morse hat längst den Charakter eines alten Freundes, so dass selbst YOLO-Phrasen (siehe „L.Y.D.“) nie platt oder aufgesetzt wirken. Statt Schwarzmalerei setzt es lebensbejahende Selbstreflexionen und die beständige Suche nach den positiven Seiten des Seins. Dass „Use Your Voice“ insgesamt nicht ganz an den Vorgänger heranreicht, stört wohl nur diejenigen, die den Optimismus von Morse & Co. partout nicht teilen können. In diesem Sinne: H2O Go!

Wertung: (7,5 / 10)

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