Go Fast (F 2008)

go-fastDer Titel lautet „Go Fast“, doch mit Bleifuß und Bolidenbewunderung hat der französische Thriller wenig gemein. Die Bestrebungen des Verleihs, den Film in Richtung „Transporter“ oder „The Fast and the Furious“ drängen zu wollen, sind angesichts der Zielgruppeneinbindung logisch. Nur verfehlen sie den Ton dieses bemüht ernsthaften Einblicks in die Arbeitsweise von Polizei und Drogenkurieren – wenn der durch die vorgegaukelte Übereffizienz der internationalen Ermittler auch wenig glaubwürdig erscheint.

Als Franzose mit algerischen Wurzeln ist Slimane (Roschdy Zem, „Days of Glory“) der ideale Kandidat, um ein multinational operierendes Drogensyndikat zu infiltrieren. Nachdem ein Freund und Kollege bei der Observation der Bande erschossen wurde, beruft ihn eine Spezialeinheit und bereitet ihn mit militärischem Drill und technisierter Überwachung auf die kommende Aufgabe vor. Tatsächlich gelingt es ihm die Gruppe zu unterwandern und als Kurierfahrer eingesetzt zu werden. Große Mengen Rauschgift werden erst mit dem Boot und schließlich in PS-starken Autos von Marokko nach Frankreich überführt.

Neben den französischen und spanischen sind auch die amerikanischen Behörden an einer Zerschlagung der Organisation interessiert und verfügen gar selbst über einen Spitzel in den Reihen der Gangster. Dass es sich dabei um die toughe Nadia (Julie Durand, „Mein bester Freund“) handelt, liegt allein aufgrund mangelnder Alternativen klar auf der Hand. Dort liegt denn auch eines der Hauptprobleme von Olivier Van Hoofstadts („Dikkenek“) schnörkellos inszeniertem Blick auf beide Seiten des Gesetzes. Überraschungen nämlich erlebt der Zuschauer bei „Go Fast“ keine.

So gibt es nicht nur für die Witwe von Slimanes getötetem Freund ein arg versöhnliches Ende. Bis dahin aber werden Ausrüstung und Effizienz der Polizeikräfte gefeiert und in ein dramaturgisches Netz gewebt, das zwar reichlich dünn, zumindest bei der Figurenzeichnung aber nicht aufdringlich klischeehaft daherkommt. Auch beutelt Van Hoofstadt den Film nicht durch plumpe Actionstandarten, sondern übt sich bei der Adrenalinausschüttung in Zurückhaltung. Trotz der Produktion durch Luc Bessons EuropaCorp kommen Hochgeschwindigkeits-Junkies nicht auf ihre Kosten. Gerade deshalb ist der kurzweilige Krimi auch für Zuschauer geeignet, die sich nach einer gewissen thematischen Bodenhaftung sehnen. Sofern sie denn die Schlichtheit des Plots verzeihen mögen.

Wertung: (6 / 10)

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