Get Dead – Tall Cans and Loose Ends (2012/2015, DIY/Gunner Records)

get-dead-tall-cans-and-loose-endsNachdem sie einen Plattenvertrag bei Fat Wreck unterschrieben hatten, stieg der Bekanntheitsgrad von GET DEAD rasant an. Die Band aus San Francisco, die dem rauen alkoholgetränkten Punk eine äußerst charmante akustische Note verleiht, pfeift mit beachtlicher Konsequenz auf Trends und technischen Schnickschnack und präsentiert ihre Musik ungefiltert und direkt. Vor „Bad News“, ihrem Debüt bei Fat Mikes beliebter Plattenschmiede, hatte der 2007 gegründete Fünfer bereits zwei Alben und zwei EPs eingespielt. Die beiden Langspieler vereinen akustisch geprägte Stücke, wobei das 2012 präsentierte „Tall Cans and Loose Ends“ in Eigenregie entstand und erst kürzlich von Gunner Records erstmals offiziell zugänglich gemacht wurde.

Das Dutzend dreckiger Balladen gibt sich melodisch abwechslungsreich und wird u.a. durch Banjo, Glockenspiel, Akkordeon, Mandoline oder Cello ergänzt. Auch der Upright Bass kommt zum Einsatz, um einzelnen Songs eine angenehm breite Wirkfläche zu bieten. Dabei erzählen GET DEAD mit Anleihen bei Country und Americana persönliche Geschichten mit einem Hauch von Gossenpoesie (siehe insbesondere das als Motivationsbeschreibung mit Hillbilly-Flair dienliche „Fuck You“). Die Stimme Tim Kings passt mit ihrer schnapsgegerbten Note perfekt zur proletarischen Freiheitsliebe und macht nicht allein Nummern wie „Escape Plan“, das von starkem Mitgröl-Chor unterstrichene „This One’s for Johnny“, „Rosebud“ oder „No High Road“ zum Leckerbissen für Punk-Fans mit erweiterbarem Horizont. Kurzum: Großes Kino mit kleinen Gesten.

Wertung: (8 / 10)

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